Hickhack um Rudolf Taschners math.space

Renommier-Mathe-Institut stand vor dem Aus. Nach einem KURIER-Bericht rudert die Politik zurück.
Ein lächelnder Mann mit Brille, Schal und dunklem Mantel vor einer Wand.

Die Mathematik hat in diesem Land keinen guten Stand. Das musste selbst der bekannte Mathematiker Rudolf Taschner feststellen. Das von ihm geleitete math.space im Wiener MuseumsQuartier schien vor dem Aus. Hier werden Menschen jeden Alters in die Welt der Zahlen eingeführt. Mit Ende des Jahres wollten die drei zuständigen Ministerien (Wissenschaft, Bildung, Infrastruktur) die Subventionen erheblich minimieren – der KURIER berichtete.

Nachdem dieser Plan öffentlich geworden ist, lenken die Ministerien jetzt ein. Das math.space wird also weiterhin gefördert – mit Abstrichen: Das Bildungsministerium kürzt die Subventionen um sechs Prozent, das Infrastrukturministerium um zehn Prozent. Einzig das Wissenschaftsministerium belässt es bei seiner Fördersumme. Minister Reinhold Mitterlehner begründet das so: „Die Einrichtung ist ein publikumswirksames Projekt zur Förderung des öffentlichen Interesses und Verständnisses für Mathematik.

Ziel ist es, das bestehende Konzept kontinuierlich an die aktuellen Ausbildungsanforderungen anzupassen. Damit einhergehend soll die Initiative auf eine breite Basis gestellt werden, die von unterschiedlichen Forschungs- und Bildungseinrichtungen getragen wird. Entscheidendes Erfolgskriterium für math.space als innovatives Projekt ist und bleibt jedenfalls seine Funktion als ,Turbo-Booster‘ für Mathematik in der österreichischen Bevölkerung.“ Mathematiker Taschner freut das natürlich, genauso wie viele Lehrer und Kindergartenpädagogen, die mit ihren Schützlingen Kurse im math.space besuchen. Die meisten sind ausgebucht, nur im Sommersemester gibt es noch freie Termine.

Im ersten Vortrag im Jänner wird es um Wittgenstein gehen. Dieser hat mitten im Ersten Weltkrieg sein „Tractatus“ geschrieben, das die Philosophie aus der Sicht der exakten Mathematik auf eine neue Grundlage stellte.math.space.or.atRudolf Taschner: „Wittgenstein – mitten im Krieg“.

Am 18. u. 20. Jänner, jeweils 19 h, in Wien, 7., Museumsplatz 1, Eintritt 5 Euro.

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