Mehr Sex macht nicht glücklicher

Für eine Studie schliefen Paare doppelt so oft miteinander wie sonst. Was das bewirkte.
Ein Paar liegt eng umschlungen und küssend im Bett.

Sind Menschen, die mehr Sex haben, glücklicher als solche, die weniger Sex haben? Diese Frage beschäftigte Wissenschaftler der Carnegie Mellon University in Pittsburgh und passt zum Tag des Sex am 28. Juli. Die Forscher suchten per Zeitungsannonce Paare, die bereit waren ihr Sexleben zu verändern. Sie durften keine Begleiterkrankungen oder Beziehungsprobleme haben. Insgesamt 128 Personen im Alter von 35 bis 65 Jahren machten bei der Studie mit.

Ein Teil der Teilnehmer sollte die Häufigkeit ihres Geschlechtsverkehrs verdoppeln. Dem anderen Teil wurde nichts weiter empfohlen. Beide Gruppen mussten täglich einen Online-Fragebogen ausfüllen. Dieser enthielt 44 Fragen zur Stimmung, ihrer Lust auf Sex und dem Sexualverhalten. Alle Teilnehmer erhielten finanzielle Anreize, um fortlaufend mitzumachen.

Die Studie dauerte insgesamt drei Monate, wobei die Paare im Vorhinein angaben, im Mittel etwa 5,5 Mal Sex zu haben. Insgesamt hatten die Teilnehmer vor der Studie nicht weniger als einmal pro Monat und nicht mehr als dreimal pro Woche Sex.

Mehr Sex, weniger Spaß

Die Gruppe mit mehr Sex, also jene, die die Häufigkeit ihres Geschlechtsverkehrs verdoppeln sollten, gab an, dass sie deutlich weniger Spaß daran hatte als die Vergleichsgruppe (5,2 versus 6,2 Punkte auf einer Spaßskala). Sie erhöhten im Schnitt auf acht Mal Sex im ersten Monat. Auch die Stimmung war tendenziell schlechter (9,5 versus 12 Punkte) und das sexuelle Verlangen geringer (16,6 versus 17,8 Punkte).

In den beiden weiteren Monaten zeigte sich ein ähnliches Bild: Spaß und Verlangen waren bei den Paaren mit mehr Sex geringer, die Stimmung schlechter als in der Vergleichsgruppe. Die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs nahm ab und pendelte sich auf 6,5 Mal pro Monat ein.

Auch in der Kontrollgruppe sank diese Häufigkeit auf 4,5 Mal pro Monat. An Spaß, Stimmung und sexuellem Verlangen änderte sich jedoch kaum etwas. Die Forscher gehen davon aus, dass sich in jeder Beziehung mit der Zeit ein Optimum einpendelt. Wird dieses künstlich erhöht oder verringert, führt das zu einer gewissen Unzufriedenheit.

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