Viel Sex - mehr Glück?

Forscher: Die Formel "Mehr Sex = mehr Glück" stimmt nicht. Das zeigt ein Versuch an 128 Paaren.
Ein Paar liegt zusammen unter einer grauen Bettdecke im Bett.

Viel Sex – sehr viel Zufriedenheit, noch mehr Glücksgefühle. So lautete bisher die Formel in Sachen Liebmachen. Hingegen wären all jene, die wenig Sex hätten, tendenziell unglücklicher. Widerlegt wird das jetzt von Forschern der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Sie untersuchten den Konnex von Sex und Glück. Das erstaunliche Ergebnis: Sex scheint in Sachen Happiness eher überbewertet. An sich sind Menschen, die sich selbst als „sexuell gesund“ wahrnehmen, zufrieden – aber dies steht offensichtlich in keinem Zusammenhang mit der Frequenz. Um das herauszufinden, untersuchten die Forscher 128 Paare zwischen 35 und 65 Jahren. Die Hälfte hatte einen delikaten Auftrag: Öfter miteinander zu schlafen als bisher – die Koitus-Frequenzrate sollte verdoppelt werden. Für die andere Hälfte galt das exakte Gegenteil und das Motto: Weniger ist mehr. Das alles drei Monate lang – während dieser Zeit sollten alle Paare per Online-Fragebögen dokumentieren, wie zufrieden und glücklich sie sich fühlen.

Und siehe da, tata: Die Viel-Liebenden waren weniger glücklich als die Sex-Verweigerer. Die Frage ist nur, was man daraus schließen kann? Nicht viel. Denn es ist stark zu vermuten, dass „verordneter“ Sex kein guter Sex ist. Und folglich auch nicht als große Bereicherung empfunden wird. Im Gegenteil – im Wust der „To-Dos“ kann ein weiteres To-Do als Belastung empfunden werden. Mit der Summe der Beziehungsjahre kann es überhaupt sein, dass Qualität die Quantität ersetzt. Lieber einmal bewusst und genussvoll Liebe machen als ein tägliches Pflichtprogramm absolvieren.

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