Mars-Rover entdeckt neuen Wasser-Hinweis

Roboter Opportunity durchstreift Mars seit sechseinhalb Jahren. Neuer Fund ist weiteres Indiz für Wasser.

Der Mars-Rover Opportunity ist das momentan einzige funktionierende Fahrzeug am Nachbarplaneten der Erde. Seit sechseinhalb Jahren durchstreift der Roboter den Mars, um für die NASA wichtige Erkenntnisse über Aufbau und Geschichte des Planeten zu erhalten. Vor allem aber soll Opportunity Hinweise auf Wasser am Mars finden. Im Jänner 2004 landete Opportunity am Mars und begann sein einsames Leben als kleiner Punkt am roten Planeten. Sein Zwilling Spirit wurde auf einem weit entfernten Punkt am Mars abgesetzt. So unscheinbar der Roboter in der Weite des Alls sein mag,... ... so viel Freude schenkt er doch Wissenschaftlern und den Verantwortlichen für die "Mars Exploration Rover Mission". Hier jubelt das Team um Mission Manager Pete Theisinger (vorne), als Opportunity am 25. Jänner 2004 erstmals Bilder vom Mars überträgt. An diesem Tag... ... rollte der Mars-Rover von seiner Landeplattform, um mit seinen Instrumenten die Gegend zu erkunden. An Bord sind mehrere Kameras, Thermal-Spektrometer, Röntgengerät, Mikroskop und ein Felsenkratzer, mit dem verborgene Gesteinsschichten freigelegt werden können. Ursprünglich plante die NASA eine Missionsdauer von 90 Tagen für Opportunity und seinen Zwilling Spirit ein. Man rechnete damit, dass Staub die Solarpanels verdecken würde und die internen Batterien deshalb schnell entladen würden. Beide Rover überraschten aber mit Durchhaltefähigkeit. Opportunity hat bereits die 26-fache Einsatzdauer überschritten. Auf seinem Weg hat Opportunity unter anderem den ersten Meteoriten auf einem anderen Himmelskörper entdeckt und untersucht. Außerdem gelangen spektakuläre Aufnahmen von Sanddünen am Mars. Es dauerte auch nicht lange, ehe sich erste Hinweise auf Wasser fanden. Diese abgerundeten Felsen ließen Forscher darüber spekulieren, ob der Mars früher ebenso mit Wasser bedeckt war wie die Erde. Krater haben es den Forschern besonders angetan. Opportunity untersucht dabei Material, das durch Meteoriten-Einschläge aus der Planeten-Kruste geschlagen wurde. Zwischen den Kratern sind teilweise kilometerlange Strecken zu überwinden - und die über 180 Kilogramm schweren Roboter sind nicht besonders schnell. Von 2004 bis 2007 fuhr Opportunity gerade mal 10 Kilometer. Ihre Daten und Routen übermittelten Spirit und Opportunity täglich einer enthusiastischen Fan-Gemeinde auf der Erde. Als Spirit 2009 im Sand stecken blieb, arbeiteten mehrere Teams an einer Lösung. Leider umsonst. Der Rover verendete im Mars-Sand. Opportunity dagegen lebt weiter... ... und erreichte vor kurzem den Rand des Endeavour-Kraters. Dieser ist mit einem Durchmesser von 22 Kilometern größer als jede bisher erforschte Mars-Vertiefung. Am Kraterrand ist Opportunity bereits fündig geworden: In einem Brocken namens "Tisdale 2" (Ja, am Mars erhält jeder Stein einen Namen) hat der Mars-Rover einen hohen Zinkgehalt festgestellt, der auf hydrothermale Aktivitäten hinweisen könnte - etwa auf Wasser, das nach dem Einschlag eines Meteoriten nach oben drängt.
(KURIER.at / dav) Erstellt am
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