Leben
16.06.2018

"Mamis Jugendhaft": Bestrafung für Neunjährige verbreitet sich viral

In den sozialen Medien fielen die Reaktionen auf die Erziehungsmaßnahme gemischt aus.

Amanda M. aus der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador teilte kürzlich auf Facebook ein Bild der Bestrafungsmaßnahme für ihre neun Jahre alte Tochter Hannah. Dieses zeigte einen Raum, der bis auf ein Bett mit Kleidung darauf leer war. Laut M. sei ihre Tochter beschuldigt worden, Schulkollegen zu mobben und sich im Klassenzimmer unangemessen zu verhalten. In den sozialen Medien entbrannte daraufhin eine Diskussion, ob die Erziehungsmethode der kanadischen Mutter akzeptabel sei.

"Willkommen in Mamis Jugendhaft"

In dem Facebook-Posting, das sie mittlerweile gelöscht hat, verkündete sie über dem Bild: "Willkommen in Mamis Jugendhaft, kleines Mädchen". Sie schrieb außerdem, dass ihrer Tochter die ganze Woche ein Anti-Mobbing-Shirt anziehen müsse. Außerdem soll Hannah unterschiedliche Sätze jeweils 50 Mal niederschreiben, zu denen unter anderem die Aussagen "Ich werde nicht lügen" und "Ich werde zu allen freundlich sein" gehören.

"Harsch? Nicht meiner Meinung nach. Wenn sie aufwächst, um das Gesetz zu brechen, ist das Ergebnis das Gefängnis und das ist nicht, was ich für meine Kinder möchte. Ich denke, dass das Problem dieser Generation unzureichende Bestrafung ist. Strafe ist schlecht, wir sollten nur positive Bestärkung benützen und das schlechte Benehmen ignorieren – NICHT in diesem Haus."

Während einige Eltern in den Kommentaren unter dem Posting die Erziehungsmethode begrüßten, empfanden andere die Strafe als zu hart für ein Kind.

Gegenüber Global News sagte Amanda M., dass die Strafe nun doch etwas milder ausfallen werde, ihre Tochter müsse die Sätze nur 25 Mal schreiben und außerdem habe sie vier Anti-Mobbing-Shirts, die sie wechseln könne. Sie sei nicht gezwungen, immer dasselbe zu tragen. Sie habe mit ihrer Tochter über deren Verhalten gesprochen, bevor sie sämtliche Gegenstände aus ihrem Zimmer entfernte. Die Reaktionen auf ihre Bestrafungsmaßnahme seien insgesamt positiv gewesen, sie habe 15 bis 20 Nachrichten bekommen, in denen sie als schrecklicher Elternteil bezeichnet wurde.

"Bemühe mich sehr, eine großartige Mutter zu sein"

Trotz der Gegenreaktion besteht die Zweifachmutter darauf, ihrem "sehr reuevollen" Kind zu helfen, indem sie es für sein schlechtes Benehmen bestraft. "Ich möchte nur, dass die Leute wissen, dass ich kein schrecklicher Elternteil bin. Ich bemühe mich sehr, eine großartige Mutter zu sein. Ich war die meiste Zeit meines Lebens Alleinerzieherin und habe wirklich hart gearbeitet, ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen", sagte sie.