Sternschnuppenschauer: Wünsch dir was!

Sternschnuppenregen im Frühling: Die Lyriden sind da.
Zwei Jurten stehen unter einem Sternenhimmel mit langen Belichtungsspuren.

Sternschnuppen gibt es prinzipiell jede Nacht - doch zu manchen Zeiten sind es besonders viele. So genannte Sternschnuppenströme sorgen dafür, dass es mehr Sterne vom Himmel "regnet" als sonst. Besonders bekannt sind die Perseiden - sie verzaubern im Hochsommer den Nachthimmel mit einem Maximum von 100 Sternschnuppen pro Sekunde. Im November, so der Himmel nicht nebelbedeckt ist, sind die Leoniden zu bewundern, mit 120 Sternschnuppen pro Stunde.

Sternenspuren ziehen sich über eine Treppe und ein kleines Gebäude.
Aktuell sind die Lyriden besonders aktiv, aus dem Sternbild Leier (lyra) - es ist das Sternbild, in dem auch der helle Stern Wega steht. Ihren Höhepunkt erreichen sie morgen, 22. April - mit durchschnittlich 18 bis 20 Sternschnuppen pro Stunde, manchmal "regnet" es Rekorde, bis zu 100 nämlich. Am besten sind die Lyriden in den frühen Morgenstunden zu beobachten. Die Chancen, etwas zu sehen, stehen gut - der Himmel wird sternenklar sein. Jedenfalls wurden die Lyriden bereits 687 v. Chr. beobachtet und dann aufgezeichnet - in einem chinesischen Geschichtswerk. Damals berichtete man, dass "Sterne wie Regen vom Himmel fielen".

Meteore sind kleine feste Körper, die in unserem Sonnensystem herumschwirren. Die meisten sind so klein wie ein Staubteilchen. Ab der Größe eines Sandkorns entsteht bei Eintritt in die Erdatmosphäre ein kurzes Aufleuchten - das, was wir als Sternschnuppe bezeichnen und kennen. Das Leuchten entsteht durch die Reibung, nicht durch Verglühen. Bei so genannten Sternschnuppenschauern sind es dann eben mehr solcher Meteore, die Richtung Erde ziehen.

Und wie ist das mit dem Wünschen?

Eine Person steht nachts unter einem Baum und blickt in den Sternenhimmel.
Der Sternenhimmel gegen Mitternacht am Donnerstag (09.08.2012) über einer Landstraße nahe dem brandenburgischen Jacobsdorf (Oder-Spree). Jedes Jahr ereignet sich im August ein Naturschauspiel. Unzählige Sternschnuppen verglühen am Firmament. Beste Beobachtungszeit ist zwischen Mitternacht und fünf Uhr Morgens. Foto: Patrick Pleul/lbn ACHTUNG: Die sichtbaren Streifen zeigen in der Regel Lichtspuren von Flugzeugen, Satelliten oder der ISS. Sternschnuppen sind aufgrund der kurzen Flugzeit und der relativ geringen Lichtintensität in der Regel nicht zu nicht fotografieren. Foto: Patrick Pleul dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk+++
Der Glaube daran, dass ein Wunsch in Erfüllung geht, wenn man eine Sternschnuppe sieht, ist alt. Die Herkunft jedoch unbekannt. Vermutlich geht es um den Beistand "von oben", also von Himmelswesen wie Engel. Jede Kultur hat hier ihren eigenen Interpretationsspielraum - in der Mongolei etwa gelten Sternschnuppen als Zeichen für Unglück. Mit jeder Sternschnuppe geht die Seele eines Verstorbenen Richtung Himmel. Etwas lockerer sah es ein unbekannter Dichter in einem deutschen Aphorismus: " Sternschnuppen sind die Strapse am Strumpf der Nacht." Wer an die Wirkung von Sternschnuppen glaubt - Achtung: Man darf den Wunsch niemandem verraten, sondern muss ihn für sich behalten.

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