Fotograf porträtiert Menschen gemischter Herkunft

Hugo Amsellem reist durch Lateinamerika und geht der Frage nach Identität nach.
Ein Triptychon mit den Porträts eines jungen Mädchens, eines jungen Mannes und einer jungen Frau.

"Ich bin das Ergebnis eines jüdischen marokkanischen Vaters und einer katholischen französischen Mutter", so Hugo Amsellem. Auf Reisen habe er andere Menschen gemischter Herkunft getroffen und festgestellt, dass sie eine Gemeinsamkeit haben: Die Frage nach Identität und wer sie sind. Das erzählt Amsellem im Gespräch mit Buzzfeed News. Daraufhin habe er sich dazu entschlossen, dass er durch Zentralamerika reisen möchte und Menschen nach ihren Wurzeln fragen. Die Porträts der Menschen und ein paar Zeilen zu ihrer Geschichte stellt er anschließend auf Instagram. Mit dem Projekt möchte er verdeutlichen, wie sehr Südamerika von Menschen unterschiedlicher Herkunft profitiert.

Andreas und Natalia

"Zuerst dachte ich, dass die beiden ein Paar sind, aber besser sogar, sie sind Bruder und Schwester", schreibt Amsellem auf Instagram. Die beiden erzählen: "Unser Großvater stammt aus Deutschland oder Griechenland. Wir wissen es nicht wirklich. Unsere Großmutter ist 100 Prozent schwarz. Sie ist heute 97 Jahre alt. Darum sehen wir aus, wie wir aussehen und wir sind stolz darauf."

Luis Estefan ist 20 Jahre alt und studiert Wirtschaft.

"Ich fühle mich der schwarzen Kultur näher, auch wenn meine Mutter weiß ist. Besonders wegen der Musik. …"

Sarita hatte nur kurz Zeit für das Foto zu posieren, bevor ihre Mutter skeptisch wurde. Ihr Vater ist weiß und ihre Mutter schwarz.

Jenny

"Jenny sieht mit ihren dunklen großen Augen und ihrem dicken lockigen Haar aus, als könnte sie aus Marokko stammen. Aber nein. Wie die meisten Kolumbianer kann sie über ihre Vorfahren nur Mutmaßungen anstellen, ohne es wirklich zu wissen.", so Amsellem.

"Ich wundere mich nur, woher meine Sommersprossen kommen! In meiner Familie haben alle welche, sie sind plötzlich aufgetaucht als ich drei Jahre alt war", verriet Jenny dem Fotografen.

Amsellem sieht in seinem Projekt einen Bezug zur momentanen Flüchtlingskrise in Europa. "Weil wir im Moment in den USA und in Europa ein Problem mit neuen Migranten haben, vergessen wir nur allzu gerne, dass unsere Vorfahren selbst Migranten waren und uns zu denen gemacht haben, die wir heute sind." Im Moment porträtiert Amsellem Menschen aus Kolumbien, er möchte sein Projekt aber auf ganz Südamerika ausweiten.

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