Was die Österreicher glücklich macht
Für rund zwei Drittel der Österreicher ist es Glück, in einer liebevollen Familie bzw. Partnerschaft zu leben sowie gesund zu sein. Für knapp die Hälfte besteht Glück darin, gute und verlässliche Freunde zu haben. Finanzielle Unabhängigkeit ist nur für jeden Fünften wesentlich fürs Glücklichsein. Das sind die Ergebnisse einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage von Makam-Research.
"Was bedeutet für Sie persönlich Glück?", wurden insgesamt 500 Personen ab 15 Jahren gefragt. Nach Familie, Gesundheit und Freunden wurde von 27 Prozent genannt, einen Beruf zu haben, der Spaß macht. Ebenfalls ein Viertel gaben an, Glück sei, sich über Kleinigkeiten freuen zu können (25 Prozent) sowie sorgenfrei leben zu können (24 Prozent). Die Telefonumfrage wurde im April durchgeführt.
10 Tipps für ein glücklicheres Leben
Nur jeder fünfte Österreicher ist frei von Problemen, die die Lebensfreude beeinträchtigen. Das zeigen erste Ergebnisse einer zweijährigen Studie der Modul University Vienna. Neben anhaltenden Geldsorgen, Schmerzen, Einsamkeit und Stress mindern auch Frust über die Arbeit und über sich selbst die Zufriedenheit.
Üblicherweise würden Umfragen ein Bild von glücklichen Österreichern ergeben. So zeigten sich in einer zu Beginn des Jahres veröffentlichten Studie etwa vier von fünf Österreichern (82 Prozent) mit ihrer Lebenssituation zufrieden, 30 Prozent davon sogar sehr. "Tatsächlich ist das Lebensgefühl vieler BürgerInnen aber weniger ungetrübt als diese Zahl vermuten lässt", hieß es am Dienstag in einer Aussendung der Privatuniversität.
Unterschiedliche Ergebnisse
Bei solchen Umfragen würden geschlossene Fragen mit vorgegebenen Alternativen jedoch dazu führen, dass Befragten kritische Gesamtbewertungen des eigenen Lebens zu eher vermeiden, erklärt Ivo Ponocny, Leiter des Department of Applied Statistics and Economics der Modul University die Unterschiede in den Ergebnissen der Glücksumfragen. "Positive Zahlen dürfen daher nicht als ungetrübtes Glück fehlgedeutet werden."
In seiner zweijährigen Studie wurden 550 Interviews an zehn Standorten, 335 speziell ausgefüllte Tagebücher sowie 1.432 detaillierte Fragebögen ausgewertet. Dabei konnten die Wissenschafter u.a. deutliche regionale Unterschiede identifizieren. So wurden in größeren Städten - im Vergleich zu kleineren Orten - neben offensichtlichen Aspekten wie dem urbaneren Ortsbild und der verbauten Landschaft auch die Altenpflege und Kinderbetreuung als signifikant nachteilig für die eigene Zufriedenheit eingestuft. Dagegen gibt es etwa bei der Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung keine regionalen Unterschiede.
Nichtraucher, verheiratet, gebildet, glücklich
Starken Einfluss haben auch die ganz persönlichen Lebensumstände: "Generell gesagt, kennen im Allgemeinen Nichtraucher, Verheiratete und Menschen mit höherer Bildung am wenigsten Unzufriedenheit, wobei allerdings das 'Glück' mit Ausbildung und Einkommen nicht so stark ansteigt wie die 'Zufriedenheit'", sagt Ponocny. Auch wenn ihre Zahl in der Umfrage sehr klein war: Deklarierte Hausmänner erreichten von allen untersuchten Gruppen die besten Zufriedenheitswerte.
Bei den geschlechtsspezifischen Unterschieden ragen nach Angaben der Uni zwei Faktoren besonders heraus: Das Gefühl unattraktiv zu sein, beeinflusse Frauen deutlich häufiger als Männer - dafür würden insbesondere ältere Männer eher unter einem unerfüllten Sexualleben leiden.
Die Studie
Insgesamt wurden während der zweijährigen Studie 550 Interviews an 10 Standorten geführt, 335 speziell ausgefüllte Tagebücher ausgewertet sowie 1.432 ausgeklügelte Fragebögen verteilt. Detaillierte Informationen finden Sie hier.
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