Kult-Designs: Austellung in Hamburg

Ein deutsches Museum zeigt Elektrogeräte, deren Designs Geschichte schrieben.


Die Austellung "Stylectrical" im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt Elektrogeräte mit besonderem Design. Im Fokus steht die Arbeit von Apple-Chefdesigner Jonathan Ive, allerdings zeigt eine Rückschau auf frühere Geräte, dass selbst Apple sich die eine oder andere Inspiration von anderen Geräteherstellern aus vergangenen Zeiten holte. Auf dem Bild ist eine Tischlampe des Designers Tobias Grau zu sehen. Im Jahre 1990 präsentierte Apple den Macintosh Classic. Es war der erste Macintosh der unter 1000 Dollar erhältlich war, was ihn vor allem an Schulen zu einem beliebten Computer für Lernspiele machte. Der Prozessor des Computers kam von Motorola (Motorola 68000), der Arbeitsspeicher betrug 1 Megabyte. Schon im Jahr 1958 erschien Brauns Fersehgerät HF1. Das Grunddesign des Fernsehgeräts könnte Apple-Designer bei ihrem Macintosh Classic inspiriert haben. Zum 20. Firmenjubiläum, 1997, brachte Apple den 20th Anniversary Macintosh auf den Markt. Der Computer wurde nur ein Jahr lang hergestellt. Zu Beginn konnten sich die spezielle Version eines Macintosh wohl nur wenige Menschen leisten, da er zu Beginn 10.000 Dollar kostete. Eine Besonderheit der Sonderedition waren die integrierten Lautsprecher von Bose und ein seperater Subwoofer. Als verhältnismäßig billiger Laptop, um 800 Dollar, fand der eMate vor allem Anklang im Bildungsbereich. Die dunkelgrüne Hülle war besonders stabil und für den Gebrauch in Klassenzimmern hergestellt. 
Das Aussehen des eMate 300 hatte vermutlich starken Einfluss auf das Design von Apples später veröffentlichtem Laptop, dem iBook. Der iMac ebnete 1998 den Weg eines kommerziellen Comebacks der Firma Apple. Das ungewöhnliche Design von Jonathan Ive war  eine Inspiration für zahlreiche andere Computerdesigner. Der iMac war ein „All in One“ Gerät  mit integirerter Festplatte und integriertem Modem. Apple setzte beim iMac auf damals neuartige Technologien wie ein CD-Rom-Laufwerk und einen USB-Anschluss. Zu haben war der iMac in den USA für 1.299 Dollar. 1995 brachte Nintendo eine Sonderedition des 1989 erstmals veröffentlichten Game Boy Classics auf den Markt, der sich technisch zwar nicht von dem ursrünglichen Modell unterschied, allerdings in zahlreichen Farben erschien, darunter auch in der damals ungewöhnlichen "Farbe" transparent. Schon vor Apples iMac wurde also das Innere eines Gerätes sichtbar gemacht. Mit dem iPod revolutionierte Apple den MP3-Player-Markt. Die erste Generation der iPods kam im Jahr 2001 mit einer 5 Gigabyte großen Festplatte auf den Markt. Das Design für den iPod stammte, wie schon zuvor beim iMac, von Jonathan Ive. Das besondere daran war das erstmals vorgestellte bewegliche Scrollrad... ...welches dem 1958 präsentierten "Scrollrad" des Transistorradios T3 von Braun ähnelt. Jonathan Ive nahm wiederum alte Geräte der Firma Braun als Inspiration für neue Entwürfe. Im Jahr 2003 präsentierte Apple den PowerMac G5. Die Prozessoren wurden von IBM produziert (Power PC 970). Besonders an diesem PowerMac Modell war das Aluminium-Gehäuse und das ausgeklügelte Lüftungssystem, das mit 9 Ventilatoren in 4 verschieden Kühlzonen arbeitete. Zu Markteinführung kostete der Power Mac G5 1.999 Dollar. Das 1956 vorgestellte Produkt SK4 der Firma Braun war eine Kombination aus Radio und Plattenspieler. Es war aber vor allem sein Design, das Aufsehen erregte. Chefdesigner Dieter Rams verwendete die Materialien Holz, Metall und, damals sehr unüblich, Plexiglas. Der durchsichtige Deckel des Gerätes brachte dem SK4 im Volksmund den Namen "Schneewittchensarg" ein. Der Name für den elektrischen Rasierapparat "Sixtant" von Braun kommt von den secheckigen Ausschnitten auf der Scherfolie. Die verwendeten Farben Schwarz und Silber wurden von nun an zur Corporate Ídentity der Firma Braun. 1979 brachte Sony ihr erstes Walkman-Modell auf den Markt. Es dauerte nicht lange bis der Walkman zu einem Statussymbol für Jugendliche wurde. In den 80er-Jahren wurde er ein Sinnbild für einen urbanen und individuellen Lebensstil. 2010 stellte Sony nach 30 jahren die Produktion des Walkman endgültig ein. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden gesamt 200 Millionen Kassetten-Walkmans verkauft.
(kurier) Erstellt am
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