© Gabriel Gómez Restrepo

Junge Chöre
07/30/2013

((superar)) + El Sistema

Von Venezuela bis zur Türkei - Grenzen sprengendes Chorfest im Hangar 7 bei den Salzburger Festspielen.

von Heinz Wagner

Die gläserne Fliegergarage am Salzburger Flughafen hat schon viele künstlerische Acts beherbergt, vielen Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlichster Sparten eine Bühne geboten, aber so vielen auf einmal noch nie. Und so jungen auch selten. Hunderte Kinder und Jugendliche aus Bosnien und Herzegowina, Österreich, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, der Türkei und Venezuela begeisterten das Publikum mit Liedern aus ihren Herkunftsländern und obendrein noch aus China sowie internationalen Hits wie „Oh happy day“.

Die rund 170 Kids aus den ((superar))-Chören der europäischen Länder hatten in ihren Heimatstädten neben dem genannten Song ein Dutzend weiterer Lieder geübt und einstudiert. Ungefähr eine Woche vor dem Salzburger Auftritt begannen sie im Wiener Palais Augarten, wo unterm Schuljahr die Wiener-Sängerknaben-Schüler, residieren, zu proben. Alle hatten alle Lieder einstudiert, die jeweiligen Ländergruppen übernahmen bei „ihren“ Songs die Führungsstimme.

Die selbe Melodie

Als die Sängerinnen und Sänger aus Istanbul „Usküdara gideriken“ zu singen begannen, stimmten spontan die Kids aus Srebrenica ein – zur selben melodie kennen sie „Anadolka“. Beides Volkslieder über eine Liebesgeschichte. Dem Chorleiter gefiel das und so wurde die dritte Strophe des türkischen Liedes neu auf bosnisch einstudiert. Obndrein begleitete eine Spielerin auf der chinesische Pipa (Saiteninstrument) dieses Lied. Besser hätte der internationale Gedanke gar nicht transportiert werden können! Noch dazu, wo die jungen Sängerinnen und Sänger vom National Youth Choir of Venezuela ihm wie den anderen Gesangsstücken mit ihrem Temperament zusätzlichen Schwung verliehen – und das nur anch einer einzigen gemeinsamen Probe! – Nicht nur dieses Liedes, sondern auch aller anderen (O Fortuna (Orff), Es tönen die Lieder, Crven Fesic (Bosnien und Herzegovina), L'homme armé (Frankreich), Alunelul (Rumänien), MoL iHua (China), Leitl miaßt's lustig sein, Hätiri ridia (Österreich), He's got the whole world, Un poquito cantas, Freude schöner Götterfunken und das schon eingangs erwähnte Oh Happy Day).

Während die elfjährige Marica schon seit zwei Jahren die Musikschule in Sreberenica besucht, ist ihre Kollegin Danica (10) eine Newcomerin. Seit drei Monaten kommt sie – wie die anderen rund 70 Kids – zwei Mal in der Woche zum gemeinsamen Singen in den Chor. Erstere hat sich „sofort gemeldet, als ich davon gehört habe. Gesungen hab ich schon von Klein auf – und klavier gespielt“. Danica hat’s „von Freunden erfahren und erst hier angefangen, gemeinsam zu singen“.

Anstrengend, aber es gefällt

Batuhan (15) und Burak (12) haben erst kurz vor dem Salzburger einen großen Auftritt in der türkischen metropole Istanbul gehabt. „Wir sind gleich beim ersten Chrofestival überhaupt eingeladen gewesen“, wissen die beiden zu berichten. Batuhan hat „vorher Gitarre gespielt, aber seit ich im Chor bin, das ist seit ungefähr zwei Jahren, singe ich nur mehr – wir haben immerhin fünf Mal in der Woche bis zu drei Stunden Chor, das ist schon angstrengend, aber es gefällt mir sehr.“ So wie Batuhan kam auch Burak, der zuvor Akkordeon gespielt hat, über eine Audition in die Top-Sangesgruppe.

Wie mehrfach groß in praktisch allen Medien zu lesen, hören und sehen (war), sind heuer im Rahmen der Salzburger Festspiele mehr als 1200 Kinder und Jugendliche aus Venezuela aus dem weltweiten Vorzeige Musik-Kultur-Sozialprojekt El Sistema an die Salzach gekommen. Einer der Chöre trat im Hangar 7 auf – aber nicht nur er, sondern auch international bunt gemsichter Chor des europäischen Folgeprojekts ((superar)), das von Wien seinen Ausgang nahm. Vor eingien Jahren startete diese Initiative von Caritas, Konzerthaus und Wiener Sängerknaben in Wien, von wo aus sie auf andere Länder ausgeweitet wurde und wird.

Kindern und Jugendlichen bietet ((superar)) hochwertige, intensive und langfristige Musik- und Tanzausbildung, zumeist in den Schulunterricht eingebaut wird. Der Unterricht weckt und fördert die Begeisterung für Musik, stärkt die Kinder individuell und ihren Gemeinschaftssinn. Regelmäßige öffentliche Auftritte fördern das Selbstbewusstsein der Kinder und jungen Menschen und bieten ihnen und ihren Familien besondere Erlebnisse. ((superar)) hat derzeit Standorte in Österreich, in der Slowakei, Rumänien und Bosnien aufgebaut. In Wien und Europa sind derzeit mehr als 1000 Kinder Teil des superar Programms.

PS: Am 10. August strahlt Servus TV die 25-minütige Dokumentation "Sing über deinen Schatten! Die musikalische Initiative superar" aus.

www.superar.eu

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