Kleine und große Eulen, Elefanten, Fische.. Untote und ein Fernsehsessel

In Workshops während der Ausstellung "Totem and Taboo" bauen Kids ihre eigenen Kunstobjekte

Vor einer der Wände steht nach ein paar Workshopstunden eine ziemlich große hölzerne Eule. Sie wirkt wie ein indianisches Symbol, ja schon ziemlich stark auch wie ein möglicher Schutzgeist.... ..Und trifft damit 100 pro eine Hälfte des Mottos der – noch bis 20. November laufenden - Ausstellung im Freiraum des Quartiers 21 im Wiener MuseumsQuartier. „Totem and Taboo“ heißt diese. Totem stammt aus der Sprache der Algonkin in Kanada. Neben Schutzgeist bedeutet er auch Verwandtschaft, Zeichen einer Familie, ein bisschen so was wie unsere Nachnamen oder vielleicht auch die Wappen Adeliger... ... Tabu ist etwas, das eine Gemeinschaft so gar nicht will, verbietet oder zumindest nicht besonders gut heißt. Die Ausstellung pendelt zwischen Kunst und Design, das auch im Alltag Einzug hält – zum Teil auch aus dem Grenzbereich. Wo die einen vielleicht die Nase über die anderen rümpfen... ... Thema und einige der Objekte der Ausstellung regten rund ein Dutzend Kids an, eigene Objekte zu gestalten. Aus Holz. Verbunden werden die kleinen und größeren Holzteile nicht mit Nägeln, Schrauben und dergleichen, sondern mit „Kappa“... ... Der Kunststoff-Wachs-Mix wird von den betreuenden Künstler_innen, unter anderem einem Mitarbeiter von Jerszy Seymour, von dem in der Schau damit gestaltete Objekte ausgestellt sind, in einem alten großen Topf in einem gleichfalls alten Herd aufgekocht... Die dann zähflüssige Masse kann nach ein bissl Auskühlen mit nassen Händen kurz geformt werden. Fast wie Plastilin oder Fimo bevor sie dann schnell härtet. Und superstark „klebt“. Lilli, Max und Clemens bauen aus langen Brettern den hohen Körper einer großen Eule, eine lange schmale Leiste quer als Flügel. „Die Flügel sind zu schmal“, meint Max und bringt eine weitere Leiste, um sie zu verbreitern. Dann die Idee: Viele, kurze, dünne Leisten werden senkrecht angeklebt – jetzt wirkt’s wie ein Federkleid. Der große Vogel beeindruckt.
Max und Clemens – ersterer mit Viki, letzterer gemeinsam mit Takeshi - hatten schon zuvor jeweils an kleinen Eulen gewerkt. Als das Trio jedoch sieht, dass an anderer Stelle Lena und Nikola eine hohe Giraffe bauen, fürchten sie um ihren bisherigen Höhenrekord. Und flugs zimmern sie eine Sitzbank aus Leisten, um die Eule drauf zu stellen... Und flugs zimmern sie eine Sitzbank... ... aus Leisten, um die Eule drauf zu stellen... Die beiden Giraffenbauerinnen beteiligen sich nicht am Höhen-Wetteifern, sie tüfteln viel mehr an der Gestaltung – und klatschen Kappa-Patzen als Flecken auf das hölzerne Langhalstier. Zuvor hatten sie einen Flugsaurier gebaut. Tiere eignen sich hervorragend für Totems befanden die jungen Künstlerinnen und Künstler. Und so machten sich auch Fiona und Lottie an die Produktion... ...  eines solchen, das heißt eigentlich wurden’s ja gleich zwei gleiche, zwei kleine Elefanten. Die beiden Elefanten"mütter" verlegen sich danach auf ein Fischskelett - oder eine Gitarre?! Auch Kareem und Leo fertigten nicht nur einen Wolf an... ...  holten sich aber dafür Hilfe bei (Rosa)Lym. Gruseliger liebte es Takeshi und ließ sich ein Fabelwesen einfallen. Sein hölzernes Gebilde nannte er in der Anfangsphase Vampir. Je länger er werkte, desto ausgefallener wurde das Teil. „Jetzt ist es ein Vampir-Pirate-Zombie-Schwein“, beschreibt er seine Schöpfung. Auf verwandte Gedanken waren eine zweite Lena und Felix gekommen. Zunächst fertigten sie zwei Säbel an, „es könnten aber auch scharfe Brotmesser sein“, wie Mit-Totem-Bastelkids besänftigend einwerfen. „Jetzt bauen wir einen Untoten, eigentlich wollten wir ein Gebiss machen, aber das war ein bissl zu schwer. Da haben wir nach was gesucht, was leichter geht.“ Ganz im Gegenteil auf ein hochkomplexes Teil haben sich Leo und Keanu eingelassen. Unter ihren geschickten Händen lassen sie einen multifunktionalen Stuhl entstehen, der dank seiner Goldstoff-Verkleidung wie ein Thron wirkt. „Das ist ein gemütlicher Fernsehsessel, bei dem man nicht aufstehen muss – mit Getränkehalter und einem Fach für Knabbergebäck und  und Halterung für die Fernbedienung.“

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(kurier) Erstellt am
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