Preise für Flüchtlingsbewirtung und Anti-Minen-Engagement

Eine Gruppe von Menschen sitzt an einem Tisch mit Speisen und Getränken.
Humantitätspreise aus der Heinrich-Treichl-Stiftung des Roten Kreuzes an Mehmet Koçak und Wolfgang Petritsch.

Mittwoch Abend war Mehmet Koçak - gemeinsam mit Wolfgang Petritsch - mit dem Humanitätspreis aus der Heinrich-Treichl-Stiftung ausgezeichnet worden. Der Diplomat vor allem für sein Engagement gegen die Anti-Personen-Minen.

Bewirtung

Zwei Männer in Anzügen schütteln sich die Hände.
Mehmet Koçak und Wolfgang Petritsch
Ersterer, von Freunden nur „Etap-Memo“ genannt, wurde ausgezeichnet, weil er schon im vorigen Winter begonnen hatte, einmal wöchentlich in seinem Restaurant Etap in Wien-Ottakring bis zu 100 Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit " Asyl in Not" und dem Verein Ute Bock zu bewirten. Für viele war es das erste Mal, dass sie in Wien in einem Restaurant und nicht in der Flüchtlingsunterkunft essen. Einmal Gäste und nicht nur waaaaaartende Asylwerber_innen. Die Stimmung eingefangen hat die junge Filmemacherin Selen Jasmin Heinz. Ihr knapp mehr als vierminütiges Video wurde bei der feierlichen Preisverleihung in der Rot-Kreuz-Zentrale in der Wiedner Hauptstraße gezeigt. Schüchtern und zurückhaltend bedankte sich der 1993 aus Zentralanatolien nach Wien eingewanderte Jubilar – allerdings auch mit Leckereien aus dem Etap.

Zuletzt belieferte Koçak Flüchtlinge am Wiener Westbahnhof mit einem Kleinbus voller Sesamringe und anderem „Finger-Food“, die wöchentliche Bewirtung nimmt er im Oktober wieder auf – dafür haben sich auch die vier des Koehne-Quartetts, die für die musikalischen Beiträge der Preisverleihung sorgten, angesagt. „Wir wollen für und mit den Flüchtlingen musizieren.“

Gegen Minen

Eine Gruppe von Personen posiert vor einem Banner des Österreichischen Roten Kreuzes.
Mehmet Koçak und Wolfgang Petritsch (2 von links bzw. rechts) mit Nationalratsabgeordneter Nurten Yılmaz (links), Rot-Kreuz-Präsident Gerald Schöpfer (Mitte) sowie Ali Gedik, wichtiger (Mit-)Organisator der Flüchtlings-Bewirtungen
Wolfgang Petritsch, den Laudator Gerald Schöpfer, Präsident des Roten Kreuzes, als erfrischend nicht zurückhaltend wie andere Diplomaten lobte, meinte in seiner Dankesrede, die Politik könne und solle im Umgang mit Flüchtlingen rasch und viel vom zupackenden Engagement der Zivilgesellschaft der vergangenen Wochen lernen.
Mit Schrecken verwies er darauf, dass trotz Vernichtung von Millionen Minen gerade auf einer der Flüchtlingsrouten am Balkan noch immer Minen aus den kriegerischen Auseinandersetzungen in Ex-Jugoslawien in den Böden liegen.

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