Kiku
03.03.2018

Alle Redner_innen des 4. Finaltages in Bild und Wort (Kurzzusammenfassungen)

Alle Redner_innen des 4. Finaltages in Bild und Wort (Kurzzusammenfassungen)

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Jann Lanaza (Englisch, erlernte Fremdsprache/Modulare Mittelstufe Aspern, Wien 22) verglich die fiktiven Leben zweier Buben aus unterschiedlichen Kulturkreisen und vor allem deren Einstellung zu Homosexualität – einmal weltoffen, einmal als Sünde samt gewalttätigem Zusammentreffen der beiden.

Gioia Ferraris (Italienisch/BG/BRG Klosterneuburg, NÖ) zog wie einen roten Faden in ihrer Rede über Freiheit, die im Kopf beginne, das rund 250 Jahre alte und doch so junge deutsche Volkslied „Die Gedanken sind frei“ durch.

Anisa Ajdarović (Englisch, erlernte Fremdsprache/NMSi Feuerbachstraße, Wien 2) legte dar, dass durch social media die Grenezen zwischen senden und empfangen überwunden wurden.

Paulina Demel (Spanisch/BG/BRG Klosterneuburg, NÖ) meinte, Freiheit bedeute Glück, aber auch Verantwortung.

Amar Kahvedžić (BKS, Bosnisch/ BG/BRG Rosasgasse, Wien 12) brachte beim Streben nach Perfektion den Gesichtspunkt ein, wäre jede/r perfekt, wäre das Leben ja langweilig, niemand könne an den eigenen Fehlern wachsen.

Ethem Serttaş (Türkisch/ HTL Mödling, NÖ) appellierte an alle, wenn sie Ungerechtigkeiten sehen und erleben, nicht auf dem eigenen Sessel sitzen zu bleiben, sondern aufzustehen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen.

Aviel Ustoniazov (Hebräisch/HLMW Michelbeuern, Wien) stellte die Frage, ob es nicht besser wäre, wenn sich die Weltgemeinschaft oft früher in Konfliktfällen einmischen würde – womit der IS vielleicht nicht so groß werden hätte können. Es könne aber auch jede und jeder einzelne helfend eingreifen, etwa bei der Eiseskälte Obdachlose unterstützen.

Hagar Shama (Arabisch/BG/BRG Rosasgasse, Wien 12) zeigte sich entsetzt darüber, dass ihre achtjährige Schwester ihr Pausenbrot nicht essen will, um nicht zu dick zu werden. Davon ausgehend setzte sie sich mit dem Model-Schlankheitswahn auseinander.

Liana Ohanyan (Armenisch/BHAK 1 Wels, OÖ) redete den Gefühlen das Wort, die Menschen von Roboter unterscheiden. Auf die gelte es zu hören und zu spüren – allerdings im Sinne des Gemeinsamen – eine Welt statt Egoismen.

David Pepper (Englisch, erlernte Fremdsprache/ BRG Kepler Graz, Stmk.) zählte zunächst auf, worauf er im Leben stehe – tanzen, singen, Skifahren, Freunde treffen, um dann zu relativieren, in Österreich unter doch privilegierten Verhältnissen aufwachsen zu können. Bei der Frage, wofür es sich zu leben lohnt, dränge sich ihm der Gedanke auf, das seien auch Dinge, für die ...

... Menschen bereit sind ihr Leben zu opfern – etwa Martin Luther King, die Geschwister Scholl oder Malala Yousafzai.

Chrislane Barros da Silva (Portugiesisch, Brasilien/ BHAK 1 Wels, OÖ) spannte beim Thema Freiheit einen großen Bogen – vom zynischen Spruch beim Eingang des Nazi-Konzentrationslagers Auschwitz („Arbeit mach frei“) über Schul-Amokläufe, wo sich einer die Freiheit herausnehme, ...

... anderen sogar das Leben zu nehmen bis dahin, dass Freiheit wertvoll sei, mit der man sorgsam umgehen müsse.

Ahmad Rashid Nahzatyar (Dari/ BG/BRG/BORG Köflach, Stmk.) verglich die vergangenen Jahrzehnte in seinem Herkunftsland Afghanistan mit dem dort weit verbreiteten brutalen Spiel Buzkachi, bei dem Bewohner verschiedener Dörfer auf Pferden reitend um eine auf den Boden gelegte Ziege kämpfen. ...

... Am Ende gibt es Tote, die Ziege ist auch nicht mehr essbar und der Boden zerfurcht. Seit zwei Jahren lebe er in Freiheit in Österreich und mache sich mit der Kultur hierzulande vertraut.

Marina Grujić (Englisch, erlernte Fremdsprache/ BRG Kepler Graz, Stmk.) entschied sich für Englisch, „weil mir das leichter fällt als Serbisch“ und sprach darüber, dass sich Europäer nicht über rassistische Übergriffe in den USA erheben sollten, wenn sie selber nichts dagegen tun.

Zsofia Urban (Ungarisch/ BHAK 1 Wels, OÖ) erzählte von dem Beispiel, dass sie einer verzweifelten Mutter mit Kindern ein Zugticket gekauft habe und wie sie selbst es genossen hatte, helfen zu können.

Yasmin Maatouk (Englisch, erlernte Fremdsprache/GRG Alterlaa, Wien 23) sprach sehr mitreißend darüber, dass es sich dafür zu leben lohne, gemeinsam die Welt zum Besseren zu verändern. ...

... Sie liebe es vor Menschen zu reden – das war zu erleben. Aber nicht um des Redens selber willen, sondern, um den Zuhörerinnen und Zuhörern zu vermitteln, dass sie alle gemeinsam mächtig sein können – für die positiven Veränderungen.

Katharina Liebmann (Englisch, erlernte Fremdsprache/ BRG Petersgasse Graz, Stmk.) sprach darüber, dass sich wahrscheinlich jede und jeder manchmal einsam fühlt. Aber aus Angst davor, sich vor anderen auszudrücken, würde man nur noch einsamer. Es bedürfe durchaus Mut, sich der Verletzlichkeit eigener Gefühle auszusetzen. Aber genau dafür lohne es sich zu leben.

Bahara Muradi (Dari/ OÖ BHAK Eferding, OÖ) sprach bewegt und vor allem bewegend über ihre eigene Geschichte, ihr Leben, das mehrmals am sprichwörtlichen seidenen Faden hing – als sie aus Afghanistan als Angehörige der Hazara verfolgt, flüchten musste und später dann auch noch aus dem Zufluchtsland Pakistan. In ihrer nunmehrigen dritten Heimat Oberösterreich ...

...hoffe sie, diesmal von Regierung und Behörden beschützt zu werden.

Luca Grahammer (Englisch, erlernte Fremdsprache/ BHAK/BHAS Hallein, Salzburg) sprach sich dafür aus, den manchmal auftauchenden inneren Schweinehund zu überwinden, wenn das Gefühl auftauche, lieber nicht aufstehen zu wollen und stattdessen ja zu sagen zu den Gelegenheiten, die der Tag bieten könnte.

Anna Romanczyk (Polnisch/ Berufsbildende Schulen Rohrbach, OÖ) verwies darauf, dass Freiheit manchmal auch Angst bereiten könne und zitierte Perikles, einen bekannten Staatsmann des antiken Griechenlands (vor rund 2500 Jahren), der Mut als ein Geheimnis für Freiheit nannte.

Paulina Matuchová (Slowakisch/ NMS Anton Auer Telfs, Tirol) nannte als einen ihrer Helden, der sich für andere Menschen eingesetzt hatte Oskar Schindler, der in der Nazizeit mehr als 1000 Juden und Jüdinnen das leben rettete.

Enzo Weiskopf (Italienisch/ NMS Hötting West, Tirol) schlug vor, Martin Luther Kings Spruch von der Ungerechtigkeit an einem Ort, die die Gerechtigkeit an allen anderen Orten gefährde, umzudrehen und mitzuhelfen, für Gerechtigkeit zu sorgen, die ansteckend wirken könnte, um auch an allen anderen Orten der Welt Gerechtigkeit herzustellen. Enzo Weiskopf (Italienisch/ NMS Hötting West, Tirol)

Mahdieh Saberi (Farsi/ BG/BRG/BORG Köflach, Stmk.) hoffte, dass aus dem Spüren von Ungerechtigkeiten sich möglichst viele für Gerechtigkeit einsetzen, so dass diese eines Tages ausradiert werden könnte.

Monika Ristić (Italienisch, erlernte Fremdsprache/ NMS 6 St. Peter Klagenfurt, Kärnten) erzählte, dass sie für die Erstellung ihrer Rede 20 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren befragt hatte. 90 Prozent davon sei ihre berufliche Entwicklung wichtiger als ihre private.

Helena Majstorović (BKS, Serbisch/ NMS Anton Auer Telfs, Tirol) warnte vor Suchtgefahren bei social media und davor, oft nicht einmal zu bemerken, dass reale Freundschaften vernachlässigt würden.

Valentina Baumgartner (Englisch, erlernte Fremdsprache/ NMS Horitschon, Burgenland) gab sehr Persönliches Preis – dass sie sich einst selbst verletzte und dennoch gegenüber der Umwelt eine Fassade aufrechterhielt. Heute sei sie stolz darauf, sich später Hilfe geholt zu haben und sage allen, der Satz „du weißt, dass das nicht geht“ sei der schlimmste.

Malwa Mao (Arabisch/ NMS Mannersdorf am Leithagebirge, NÖ) lebt seit zwei Jahren in Österreich. Der Krieg habe ihr und ihrer Familie ihre Heimat Syrien genommen und obendrein ihrem Vater eine Behinderung zugefügt. Hier müssen sie und ihre Familie sich ein neues Leben aufbauen.

Hedda Šćuric (BKS, Kroatisch/ BG/BRG Leoben Neu, Stmk.) „mag es ich zu sein“. Egal ob jemand schwarz oder weiß ist, blonde oder dunkle Haare hat, blaue oder schwarze Augen – man sollte allen Menschen mit gleichem Respekt begegnen. Und man sollte sich nicht ändern, nur um anderen zu gefallen.

Emily Meixner (Englisch/ International Bilingual School Graz, Stmk.) nannte mehrere „Gewichte“ auf der Waage zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit – von der Verteilung von Nahrung, Wasser und Geld über die Chancen von Frauen und Männern, die Bildung und die Gesundheitsversorgung.

Rukhsar Ibrahimi (Dari, BORG Birkfeld, Stmk.) kam vor zwei Jahren nach Österreich, weil es für sie und ihren Vater in Afghanistan keine Freiheit gab – für sie nicht die, eine Schule zu besuchen und ihr Vater war bedroht, weil er für die deutsche Botschaft arbeitete.

Intranik Khantarechian (Englisch, erlernte Fremdsprache/ BHAK Maygasse, Wien 13) begeisterte mit seiner geschliffenen Rede in seinen beiden erlernten Fremdsprachen Englisch und Deutsch (letztere erst seit zwei Jahren in Österreich) über Martin Luther Kings Spruch von der (Un-)Gerechtigkeit. Alle müssten begreifen, dass wir alle, ...

... die gesamte Menschheit und der Planet eine Einheit seien. Dann werde sich eines Tages der Traum erfüllen, dass es überall Gerechtigkeit gebe.

Eszter Bogdan (Ungarisch/ BHAK 1 Wels, OÖ) möchte die Expertin ihres eigenen Lebens, die Dirigentin sein und nicht die zweite Geige darin spielen, sich nicht Normen und Wünschen anderer unterwerfen.

Maria Balder (Englisch, erlernte Fremdsprache/ BORG Hegelgasse, Wien 1) fand, das Leben sei gleichzeitig verwirrend und schön. Die Wahrscheinlichkeit auf der Welt zu sein, sei verschwindend gering, und wenn schon da, dann müsse man es auch nützen.

Himanshi Khetarpal (Hindi/ BORG, Wien 3) hielt ein flammendes, auch rhetorisch überzeugendes Plädoyer für Frauenrechte und gegen die Verniedlichung häuslicher Gewalt vor allem in ihrem Herkunftsland Indien.

Thomas Reithmayer (Englisch, erlernte Fremdsprache/ GRG Franklinstraße, Wien 21) nannte die Comicfigur Donald Duck als ein wunderbares Beispiel für jemanden, der nach jedem Scheitern immer wieder aufstehe und nicht aufgebe.