Leben
23.03.2017

US-Fechterin schreibt Protest-Brief an Trump

Sie holte als erste Frau mit Kopftuch bei den Olympischen Spielen Bronze. Jetzt wendet sich Ibtihaj Muhammad mit einem offenen Brief an Donald Trump.

Als erste US-Sportlerin mit Hidschab schrieb Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad bei den Olympischen Spielen in Rio Geschichte. Nun wendet sich die amerikanische Muslimin in einem offenen Brief an Präsident Donald Trump – und übt Kritik an seinem Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimischen Staaten.

Fechterin kämpft gegen Vorurteile

"Ich bin das Bild des amerikanischen Traums – ich bin auf eine öffentliche Schule gegangen, ich hatte liebevolle Eltern, die mir sagten, dass ich mit harter Arbeit und Beharrlichkeit alles aus mir machen könnte", schreibt Muhammad im Time Magazine.

Aufgewachsen ist sie in einer Vorstadt von New York. Ihr Vater ist Polizist. Ihre Mutter Sonderpädagogin. Sie selbst kämpft sich im wahrsten Sinne des Wortes ihr Leben lang durch: Mit zwölf entdeckt Muhammad das Fechten für sich und trainiert hart, bekommt ein Stipendium der Duke University und gewinnt schließlich eine Olympia-Medaille (Anm. die amerikanischen Säbelfechterinnen holten in Rio Bronze).

Der amerikanische Traum geht für Ibtihaj Muhammad, die neben ihrem Sport ein eigenes Geschäft mit Mode für moderne Muslimas betreibt, aber nicht ganz in Erfüllung. Weil sie Kopftuch trägt.

In ihrem Brief an Trump schreibt die Fechterin über die Anfeindungen, die sie als Muslimin in ihrem Heimatland über sich ergehen lassen muss.

"Seit Sie gewählt wurden, wurde ich am Flughafen in Gewahrsam genommen, mir wurde vorgeworfen, ich sähe verdächtig aus, und auf den Straßen New Yorks wurde mir gesagt, ich solle zurück in mein Land gehen'", schreibt Muhammed an US-Präsident Donald Trump gerichtet.

"Ich habe Angst vor dieser nicht gerade subtilen Terrorkampagne, die sich gegen unsere amerikanischen Ideale von Gerechtigkeit und Gleichheit richtet."

Bei Olympia habe sie ihr Land und auch Trump vertreten. "Jetzt vertreten Sie mich", appelliert sie an den Präsidenten. Mit ihrer Teilnahme an den Olympischen Spielen wollte sie bereits ein Zeichen gegen Ausgrenzung setzen. Jetzt kämpft Ibtihaj Muhammad mit Worten gegen Vorurteile an:

"Ich war eine schwarze Muslimin in einer weniger bekannten Sportart. Ich habe Schranken durchbrochen und Vorurteile zerstört. Ich habe der Welt gezeigt, dass ich Muslimin bin und Amerikanerin", schreibt die Sportlerin. "Sie aber scheinen in meinem Kopftuch ein Zeichen für Gefahr zu sehen, einen Grund für Angst. Sie haben gesagt: 'Ich glaube, der Islam hasst uns.' Das ist nicht nur falsch, das provoziert Angst und Hass.'"