Ein Screenshot aus dem neuen Werbefilm von Hornbach.

© Youtube/Screenshot/HORNBACH

Leben
03/28/2019

Hornbach handelt sich in Südkorea mit Werbung Rassismusvorwürfe ein

In Südkorea wurde eine Online-Petition gegen den Clip gestartet. Die deutsche Baumarkt-Kette kündigte Konsequenzen an.

Mit einem Werbespot, in dem eine asiatische Frau glücklich an der verschwitzten Unterwäsche eines weißen Hobby-Gärtners schnüffelt, hat sich die deutsche Baumarkt-Kette Hornbach in Südkorea Ärger eingehandelt.

In dem Filmchen, das auf der Video-Plattform YouTube veröffentlicht wurde, sind ältere und beleibte weiße Männer zu sehen, die im Schweiße ihres Angesichts ihren Garten umgestalten.

Schweiß schnüffeln

Anschließend sammeln Männer in weißen Kitteln die verschwitzte und ausgeleierte Unterwäsche der Hobby-Gärtner ein, welche dann vakuumverpackt in einem Automaten in einer asiatischen Großstadt verkauft wird. Eine asiatisch aussehende Frau zieht eine solche Packung aus dem Automaten, öffnet sie und gerät durch den freigesetzten Geruch offenbar in Ekstase.

Der Spot trägt den Titel "So riecht der Frühling".

Bedient Stereotype

In sozialen Online-Netzwerken warfen aufgebrachte Nutzer Hornbach vor, Stereotype von asiatischen Frauen zu verbreiten. "Hornbach hat asiatische Frauen wissentlich ausgewählt, weil sie oft als sexuelle Exoten ohne Stimme darstellt werden", schrieb eine in Köln lebende Südkoreanerin auf Twitter.

Eine Online-Petition für eine öffentliche Entschuldigung von Hornbach, die die Userin ins Leben gerufen hat, erhielt bis Donnerstagnachmittag etwa tausend Unterschriften.

Konsequenzen angekündigt

Hornbach zog den Spot zunächst nicht zurück. Am Donnerstag war dieser auf YouTube nach wie vor abrufbar. Auch auf den Social-Media-Kanälen des Unternehmens wurde der Clip geteilt.

In einer Stellungnahme, die dem Video auf YouTube beigefügt wurde, hieß es, der Film habe offenbar zu "Missverständnissen" geführt und diese wiederum zu "Unmut". Das Unternehmen sei an einem Dialog mit den Kritikern interessiert. Es wolle klarstellen, dass es "für ein offenes Miteinander steht und jegliche Form von Diskriminierung oder gar Rassismus scharf ablehnt".

Auf Twitter hieß es zudem, dass in dem Spot nicht festgehalten wurde, dass sich die Szenen in einer asiatischen Stadt abspielen würden. Der Automat sei "nicht primär für Asiaten". "Er ist für alle da", schrieb man.

Hornbach-Sprecher Florian Preuß kündigte weitere Konsequenzen an. "Wir werden auf jeden Fall reagieren. Wir sind kein Unternehmen, das sich wegduckt", sagte er. Der Ärger über das Video sei "weder bezweckt noch einkalkuliert" worden. "Dass sich da Menschen verletzt fühlen, das ist natürlich das Letzte, was wir wollen", meinte Preuß.

Anhaltende Kritik

Das Unternehmen konnte allerdings nicht alle Kritiker überzeugen. "Egal, was Ihr sagt, die Werbung war unangemessen", schrieb eine südkoreanische Twitter-Nutzerin. "Asiatische Frauen haben in westlichen Gesellschaften zahlreiche sexuelle Angriffe auf Grundlage rassistischer Verunglimpfungen erlitten."