Ratten träumen von schöner Zukunft

Forscher überwachten die Gehirnaktivität der Nager und fanden überraschende Muster.
Zwei graue Ratten sitzen auf einem weißen Hintergrund.

Dass Hunde ab und zu träumen, merken wir an ihrem Winseln und ihren zuckenden Bewegungen. Wie Forscher vom University College London jetzt herausgefunden haben, können auch die Gehirne von Ratten während des Schlafes aktiv sein.

Die britischen Wissenschaftler haben die Gehirnaktivität der Nagetiere aufgezeichnet. Zuerst setzten sie die Tiere in ein Labyrinth - dort war ein duftender Leckerbissen versteckt, der Weg dorthin war allerdings versperrt. Danach ruhten sie sich in einer Schlafbox aus. Anschließend durften sich die Ratten die "Belohnung" abholen, der Weg war nun frei.

Es stellte sich heraus, dass die Hirnaktivität im Hippocampus während des Schlafs dieselbe war wie beim zweiten Lauf durch das Labyrinth. Die Tiere hatten sich also während der Ruhe vorgestellt, wie sie sich den Weg zu ihrer Belohnung bahnen. "Während der Ruhe spielt der Hippocampus die zuvor absolvierten Wege durch diese Karte erneut ab", erklären die Wissenschaftler im Journal eLife, wo die Studie publiziert wurde.

Die eigentliche Überraschung der Studie sei aber nicht, dass die Tiere träumen, sondern wie sie es tun. Sie durchliefen nicht nur den ersten Gang noch einmal, sondern erforschten auch den versperrten Gang zum Futter. "Wir sehen, dass der Hippocampus die Zukunft plant. Er übt neue Wege, die zum Futter führen", heißt es von Seiten der Forscher. Voraussetzung dafür sei aber eine Motivation wie das verführerisch duftende Futter.

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