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Leben Gesellschaft
01/28/2022

Tiercoach: Was tun, wenn die Nieren des Haustiers streiken

Nicht nur die Blutwerte beeinflussen die Behandlung. Oft helfen Infusionen und Diät.

Wie hängt das Nierenleiden des Hundes mit seinem Erbrechen zusammen? Welche Rolle spielt der Nierenwert des Katers für dessen Behandlung? Leser haben Fragen. KURIER-Tiercoach Katharina Reitl, Zoodoc in der Ordination Tiergarten Schönbrunn, antwortet:

Mein Rüde, 12 Jahre, hat vor einiger Zeit einen wiederkehrenden Brech-Husten-Reiz ohne Auswurf bekommen. Zunächst wurde er mit Hustentropfen, Pulvern und Injektionen behandelt. Ohne Erfolg. Schließlich zeigte ein Blutbefund eine Nierenschwäche an. Neuerdings erbricht er aber Schleimpatzen samt Mageninhalt. Wir füttern jetzt Nierendiätfutter, das man laut Verpackung jedoch nur sechs Monate lang geben soll. Wie geht es dann weiter?

Ein Nierenfutter darf unter tierärztlicher Kontrolle lebenslang gefüttert werden. Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Üblicherweise werden Blutkontrollen im Abstand von einem bis drei Monaten durchgeführt, um die Nierenwerte, Phosphor und bei Bedarf auch die Elektrolyte zu kontrollieren. Ich würde aber dringend ein Lungenröntgen und einen Bauchultraschall empfehlen. Leider gibt es immer wieder Erkrankungen, die erst nach einiger Zeit über bildgebende Verfahren nachweisbar sind. Erst ab einer gewissen Ausprägung oder Größe einer Veränderung können diese dargestellt werden. Gerade bei älteren Patienten muss an einen Tumor gedacht werden. Andererseits gibt es chronische Lungeninfekte, welche zu Erbrechen führen können. Für eine gezielte Therapie braucht es eine richtige Diagnose. Die Behandlung mit Hustensaft ist zu Beginn eines Hustens angezeigt. Verbessern sich die Symptome nicht bzw. verschlechtern sie sich gar, rate ich zu weiterer Diagnostik.

Mein Kater, 18 Jahre, hat erhöhte Creatininwerte. Kann ich ihm Infusionen ersparen oder ist dies unumgänglich?

Die Nierenwerte alleine lassen keine Aussage über den Sinn einer Infusionstherapie zu. Viel mehr sind der Allgemeinzustand und das Befinden Ihres Katers entscheidend. Zudem gilt es zu berücksichtigen, wie sehr ein Tierarztbesuch Ihren Vierbeiner stresst. Prinzipiell ist ein minimal erhöhter Creatininwert bei einer 18-jährigen Katze kein Grund für eine Infusionstherapie. Wichtig wäre eine Untersuchung des Schilddrüsenwertes, um einen eventuell verschleierten größeren Nierenschaden aufzudecken. Auch andere Nierenparameter müssen in die Entscheidung einfließen. Sollte Ihr Kater erbrechen oder nicht gut fressen oder trinken, ist eine Infusionstherapie unter die Haut sicher eine gute Idee. Eine Infusion über die Vene mit Klinikaufenthalt ist wahrscheinlich nicht nötig, die ist bei akutem Nierenversagen angezeigt. Eine Unterstützung der Nierenfunktion mittels Futterzusätzen und Nierenschonkost wäre auf alle Fälle sinnvoll.

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen  zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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