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Sex in der Freizeit
01/17/2022

Reibungs-Lust: Rubbeln und Pressen statt Rein-Raus

Es muss nicht immer Koitus sein – doch was sonst? Zum Beispiel eine schöne Runde „Trockenvögeln“ – englisch „Dry Humping“.

von Gabriele Kuhn

"P in V“ heißt’s in der englischen Sprache, wenn es zwischen zwei Menschen zur Sache geht: „Penis in Vagina“. Ein Euphemismus für „bumsen“ – oder seriös-fachlich: Penetration. Die ist jetzt auch nicht immer das Um und Auf der Lust. Es kann sich daher durchaus lohnen, ihn nicht gleich in Madame zu platzieren. Das „Reinstecken“ ist zwar üblich und meistens auch sehr erwünscht, aber eben nur eine von vielen Möglichkeiten, Spaß zu haben oder zum Orgasmus zu kommen. Vor allem Frauen schätzen die Reibung – manche Damen verwenden zum Beispiel einen Polster oder eine Decke, um sich selbst zu befriedigen. Man reibt, drückt, presst – aber hallo! Auch zu zweit ist es möglich, Sex ohne die übliche Rein-Raus-Schablone zu bedienen. Es kann unglaublich aufregend und erregend sein, sich auf viele verschiedene Arten aneinander zu reiben. 50 Shades of Rubbeln also – und zwar mit allen möglichen Körperteilen. Vagina an Arm, Oberschenkel oder Bauch. Und aus männlicher Sicht: Penis zwischen die Brüste, in der Achselhöhle oder die Beuge ihres Knies, Motto: „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?“ Er kann sich auch nur an ihrem Hintern, am Rücken reiben – eine Frage des Einfallsreichtums.

"Wir haben rumgemacht"

„Dry Humping“ heißt das im Sex-Jargon, auch: „Frottage“ – oder direkter: Trockenvögeln. Vielleicht eine ferne Erinnerung an jene ersten Experimente in Teenagerjahren: „Wir haben rumgemacht“, Probelauf für den echten Geschlechtsverkehr. Und jetzt, im fortgeschrittenen Alter eine schöne Möglichkeit, erneut zu probieren – mit dem Körper, mit Haut und Haaren zu experimentieren und sich anders zu erfahren. Weil das ewig übliche „Rein-Raus“ ja auch irgendwie fad sein kann – und sich mit Reibung vielleicht sogar mehr Spannung aufbaut. Der Zauber der Liebe liegt darin, Dinge immer wieder anders zu leben und zu erleben. Für Frauen ist dieses Liebesspiel naturgemäß besonders angenehm, weil sie Menschen mit einer Klitoris sind. Und die mag das sehr. Vielleicht gerät sie dabei sogar mehr in den Fokus als beim „normalen“ Koitus. Eine Studie aus dem vergangenen Jahr zeigte nämlich, dass Frauen es besonders mögen, wenn Reibung und Druck an der Klitoris konstant bleiben – da geht also was! Männer lieben und brauchen hingegen eher den Druck dabei – indem sie den Penis gegen den Rücken oder den Hintern der Partnerin drücken. Eine gute Zutat zu all dem: Musik. Harte und weiche Klänge, die den Rhythmus vorgeben. Man „tanzt“ sich zu Sax oder Drums in seine Erregung und vielleicht sogar einen Orgasmus hinein. Von den (weiblichen) Bewegungen schaut das Ganze übrigens ähnlich wie Pole Dance aus. Außerdem ist diese Spielart geradezu ideal, um sich für den eigentlichen Akt richtig schön aufzugeilen – ohne dass der Mann allzu schnell kommt. Und was das alles noch ist: eine Form von Sex, die auch dann gut passen kann, wenn’s „da unten“ aus irgendwelchen Gründen gerade nicht geht.

Eine wunderbare To-do-Anleitung findet sich im Buch „Zen oder die Kunst guten Sex zu haben“ von Jacopo Fo: „Was auch immer Sie ausprobieren, denken Sie stets daran, sachte vorzugehen. Es handelt sich um empfindliche Stellen. Doch bei diesen Spielen ist es – ebenso wie beim Sex ganz allgemein – unumgänglich, dem anderen seine Aufmerksamkeit zu schenken. Zudem sollte stets die Möglichkeit bestehen, ohne Hemmungen zu sagen, was einem nicht gefällt.“ Was dazu als Accessoire passt: Öle oder Cremen. Weil gute Gefühle gut flutschen müssen. Wir wollen einander ja keineswegs aufreiben.

 

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