FWF-Chefin wechselt nach Deutschland
Die Präsidentin des Wissenschaftsfonds FWF, Pascale Ehrenfreund, wird Chefin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die österreichische Astrobiologin folgt auf Johann-Dietrich Wörner, der am 1. Juli sein Amt als Generaldirektor der Europäischen Weltraumagentur ESA antritt. Der FWF braucht damit eine neue Leitung - die beiden Funktionen seien nicht vereinbar.
Ehrenfreund steht seit 2013 an der Spitze des vor allem Grundlagenforschung fördernden FWF. Sie ist außerdem Professorin für Space Policy and International Affairs in Washington.
Das DLR ist unter anderem für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Daneben entwickelt die in Köln beheimatete Großforschungseinrichtung mit rund 8.000 Mitarbeitern und 16 Standorten umweltverträgliche Technologien für Energieversorgung, Mobilität, Kommunikation und Sicherheit. Das DLR verfügte 2013 über einen Etat von 846 Mio. Euro für Forschung und Betrieb. Das außerdem von ihm verwaltete Raumfahrtbudget hatte ein Volumen von 1,3 Mrd. Euro.
Im FWF zeigte man sich überrascht von der Berufung Ehrenfreunds. Aus ihrer Position als Präsidentin des Wissenschaftsfonds FWF werde sie "definitiv ausscheiden", da die beiden Funktionen "nicht vereinbar" seien. Eine solche Situation sei auch noch nie eingetreten, im Forschungs- und Technologieförderungsgesetz (FTFG) sei die Vorgehensweise in einem solchen Fall auch nicht geregelt. Über die weiteren Schritte in der Nachfolgefrage werde man in den kommenden Tagen mit Juristen beraten.
Ehrenfreund (geboren 1960) hat an der Universität Wien Astronomie und Biologie studiert und wurde 1990 in Astrophysik promoviert. Nach verschiedenen Stationen war sie u.a. Professorin für Astrobiologie an den Universitäten Amsterdam und Leiden und ist seit 2008 nicht nur leitende Wissenschafterin am NASA-Astrobiologieinstitut, sondern auch Professorin für Space Policy and International Affairs an der George Washington University. Wissenschaftlich hat sich die Wienerin u.a. mit der Identifikation organischer Moleküle im Weltraum und speziell der Suche nach Leben am Mars beschäftigt.
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