So trostlos sieht das Leben ohne Smartphones aus
Es war ein Moment in einem Café in New York, der Eric Pickersgill zum Nachdenken brachte: Der junge Fotograf beobachtete eine Familie, Mutter, Vater, zwei Teenager-Töchter. Anstatt miteinander zu reden, zu lachen, starrten sie in ihre Smartphones, die Mutter blickte "traurig und alleine" aus dem Fenster, bis sie ebenfalls ihr Handy zückte. Der Vater sah nur von seinem Handy auf, wenn er den anderen von einer witzigen Info berichtete, die er online gefunden hatte. "Das Bild der Familie brannte sich in mein Gehirn", schreibt Pickersgill (Jahrgang 1986) auf seiner Website.
Aus seinem Erlebnis im Café entstand das Fotoprojekt "Removed" ("Entfernt", Anm.). Es zeigt Menschen in Alltagssituationen, ein Paar im Ehebett, Mutter und Tochter auf der Couch, Menschen an der Bushaltestelle. Sie alle tun so, als würden sie ihr Smartphone oder Tablet in Händen halten, doch das elektronische Gerät wurde entfernt. Dadurch entstand eine bedrückende Leere.
Nein, Eric Pickersgill möchte mit seinen Fotos keineswegs den technischen Fortschritt verteufeln. Er möchte zum Nachdenken anregen und aufzeigen, wie sehr Smartphones und Tablets unseren Alltag und unsere Beziehungen prägen. Sich selbst nimmt er dabei nicht aus: "Jeden Abend liegen meine Frau und ich Rücken an Rücken und verhätscheln unsere kleinen, kalten, beleuchteten Geräte."
Alle Fotos der Serie gibt es hier.
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