Fliegende Paläste aus heimischer Hand

Eine österreichische Firma stattet Luxus-Privatjets mit Himmelbetten, Marmorböden und Operationssälen aus.

Ein Salon mit Teppichboden, reich verzierten Wänden und Tischen für Tee und Wasserpfeife in 10.000 Metern Höhe? Kein Problem für die niederösterreichische Firma List Components & Furniture, die zu den weltweit führenden Ausstattern von Luxus-Privatjets zählt. List baut im Auftrag von Lufthansa Technik... ... Flugzeuge jeglicher Größe zu Prachtobjekten aus. Manche Kunden lassen sich Learjets von List umbauen, andere etwa einen Airbus A-380. Letzteres betrifft Prinz Al-Walid bin Talal Al Saud, der für den Umbau eine runde Milliarde Euro hinblättern muss. Auch einige andere Kunden kommen aus dem Ölscheich-Milieu,... ... weshalb einige der hier gezeigten Flugzeug-Interieurs auch so orientalisch anmuten. Hier eine Sitzgruppe mit weit im Raum verteilten Sofas. Bei der Gestaltung der Flugzeug-Innenräume sind Kunden fast keine Grenzen gesetzt, nur Swimmingpools und offenes Feuer sind tabu. Ansonsten... ... kann man sich ein großzügiges Badezimmer mit Dusche,... ... eine Cocktailbar mit Barhockern,... ... oder ein großes Bett in die Flugzeug-Schnauze stellen lassen. Im Allgemeinen wirken die fliegenden Behausungen wie bessere Hotels. Von Sitzabstands-Problemen wissen Besitzer solcher Privatjets jedenfalls absolut nichts. Bescheidenere Kunden residieren in übergroßen Ohrensesseln anstatt in Himmelbetten... ... und setzen sich gerade mal zum Dinner an die große Tafel - entweder mit Ausblick auf die Wolken... ... oder in einem fensterlosen Raum, wie man will. List stellt auch die Bedienkonzepte für technische Ausstattung zur Verfügung, etwa Klimakontrolle via Tablet. Auch andere High-Tech-Raffinessen lässt sich der Ausstatter einfallen,... ... etwa die Panoramawand. Dabei wird ein durch Außenbordkameras aufgenommenes Bild der Umgebung an die Flugzeug-Innenseite projiziert. Man sitzt dann etwa am blau-weißen Abgrund,... ... oder mitten im fantastischen Sonnenuntergang. Von Innenraum-Konzepten werden bei List erst einmal gezeichnete Skizzen angelegt... ... und dann in ein 3-D-Modell übertragen - hier im Falle eines Schlafzimmers. Und hier wird eine Flugzeug-Bar von der Skizze... ... zum Modell. Hier sieht man den Deckplan für einen Airbus A-380. Das fertige Produkt muss aber nicht unbedingt so aussehen. Kunden finden einige Alternativen zur Raumaufteilung vor. Bei der Firma List arbeiten 550 Menschen im Design und Aufbau von Innenräumen in Flugzeugen und Yachten. Beim Interieur gibt es verschiedene Preiskategorien, die allerdings bei einigen Millionen Euro beginnen. Herausfordernd ist der Einbau einiger Teile, denn alles muss durch die Flugzeugtüren passen. Als neuestes von mehreren hochwertigen Materialien werden hauchdünn geschliffene Steinplatten in Flugzeugen verbaut, sodass Scheichs in ihrem Jet künftig über Marmorboden wandeln können. Beliebt sind übrigens auch ganze Operationssäle. Man weiß ja nie, in welchem Kaff man landet.

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(futurezone) Erstellt am
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