Leben
20.11.2018

Finnlands Präsident: "Habe nie mit Trump über Laubrechen gesprochen"

Donald Trump hatte behauptet, dass die Finnen in ihren Wäldern Laub zusammenkehren würden.

Als US-Präsident Donald Trump am Wochenende die Stadt Paradise im US-Bundesstaat Kalifornien besuchte, hatte er eine verblüffende Erklärung für die verheerenden Waldbrände, die dort gewütet hatten, parat.

"Man muss sich um die Böden kümmern. Die Böden des Waldes, wissen Sie, sehr wichtig", sagte Trump vor Ort gegenüber Reportern. "Ich war beim finnischen Präsidenten und er hat es eine Waldnation genannt und sie verbringen viel Zeit mit Rechen und Putzen und dem Tun von anderen Dingen und sie haben kein Problem. Und wenn, dann ist es ein sehr kleines Problem."

Damit ortete Trump den Grund für die Feuer in der Menge an Laub auf dem Waldboden und widersprach damit Experten, die den Klimawandel und eine damit verbundene lange Dürre, verdorrte Vegetation und extreme Winde als Ursachen für das Ausmaß der Brände genannt hatten.

Die Kommentare des Staatsoberhauptes riefen binnen kürzester Zeit Kritiker auf den Plan, die Trump mit Spott und Häme im Netz abstraften. Auf Twitter machten sich auch Finnen über Trumps Ratschläge lustig und zeigten sich mit Staubsauber und Laubrechen im Wald.

Kein Wort über Laubrechen

Nun hat sich auch der finnische Präsident Sauli Niinisto in der Causa zu Wort gemeldet und dementiert, dass er mit Trump bei einem Treffen in Paris über Laubrechen gesprochen habe. Im Interview mit der finnischen Boulevardzeitung Ilta-Sanomat sagte er: "Ich erwähnte, dass Finnland ein von Wäldern bedecktes Land ist und wir haben auch ein gutes Überwachungssystem und ein gutes Netzwerk." Er erinnere sich auch daran, den Satz "Wir kümmern uns um unsere Wälder" gesagt zu haben. Über das Fegen von Laub habe er jedoch kein Wort verloren.

Im Interview mit dem Blatt wird auch ein Gartenbauexperte zitiert, der vermutet, dass Trump Laubrechen mit dem gezielten Ausdünnen von Wäldern verwechselt habe. Letzteres werde durchgeführt, um die Gesundheit und Vitalität des Waldes aufrechtzuerhalten und das Ausmaß potenzieller Waldbrände zu reduzieren, so der Experte.