Leben
08.06.2018

US-Tierheim schläfert trächtige Hündin während Geburt ein

Eine Texanerin erhebt in einem Facebook-Posting schwere Vorwürfe gegen die Einrichtung.

Den eigenen Hund einschläfern zu lassen, ist für die meisten Menschen emotional sehr herausfordernd. Die Tötung eines Tieres darf in Österreich nur dann erfolgen, wenn es einen unzumutbaren und qualvollen Zustand aufweist, das heißt, wenn es beispielsweise unheilbar erkrankt oder verletzt ist und übermäßig daran leidet. Das "Einschläfern" eines gesunden Tieres ist hierzulande gesetzlich verboten und steht unter Strafe.

In den USA erhebt nun eine Texanerin schwere Vorwürfe gegen ein Tierheim in dem Bundesstaat. In einem Facebook-Posting schrieb die freiwillige Helferin Dacia Anderson, dass dort ein trächtiger Pitbull während der Geburt eingeschläfert worden sein soll. Während der Besichtigung der Einrichtung habe sie auf dem Bändchen der Hündin gelesen, dass diese erst am Vortag von ihrem Besitzer abgegeben worden war. Weil das Tier in einem Zwinger namens G7 gehalten wurde, bezeichnete sie dieses so in ihrem Posting.

"Dieser Akt war entsetzlich"

"Sie war freundlich, aber ängstlich und sprang an mir hoch, damit ich sie streichle", schreibt Anderson. Sie bemerkte, dass die Hündin in den Wehen lag und einen Welpen zur Welt gebracht hatte. Weil in dem Zwinger weder eine Box noch ein Körbchen standen, meldete Anderson den Vorfall. Wenig später hörte sie von einer Mitarbeiterin, dass der Pitbull und die Welpen eingeschläfert worden sein sollen. Diese erzählte ihr außerdem, dass die Hündin in ihren letzten Augenblicken noch ihre neugeborenen Welpen säubern wollte.

"Mir ist bewusst, dass Euthanasie im Tierheim zum Alltag gehört", schreibt Anderson. Ihr sei auch bewusst, dass Ärzte in solchen Fällen harte Entscheidungen treffen müssen. Dennoch denkt sie, dass die Vorgangsweise genau das Gegenteil von dem ist, was das Tierheim tun sollte. "Dieser Akt war, um es milde auszudrücken, entsetzlich."

Stellungnahme des Tierheim-Chefs

Viele Menschen zeigten sich von Andersons Ausführungen auf Facebook betroffen. "Wie herzlos kann man sein?", schrieb beispielsweise eine Userin. In einem Bericht des Fernsehsenders ABC 7 heißt es in einer Stellungnahme des Tierheim-Chefs, dass der Hund eine Gefahr für die Öffentlichkeit gewesen sei. "Der Besitzer hat den Notruf kontaktiert, weil das Tier so aggressiv war." Das Tierheim hätte das Tier daraufhin in Gewahrsam genommen und sich am nächsten Morgen dazu entschieden, es aufgrund des Anrufs und seines aggressiven Verhaltens einzuschläfern.