Was Müttern und Vätern Sorgen macht

Familien beklagen, dass es zu wenig leistbaren Wohnraum gibt. Interessant ist auch, welches Alter für Eltern am stressigsten ist.
Eine lächelnde Familie mit zwei Kindern posiert für ein Foto.

Was denken Eltern zu Themen wie Bildung, Erziehung oder Gesellschaft? Eine Online-Befragung von marketagent.com offenbart nicht nur Erfreuliches zur Familienlage der Nation: Sieben von zehn Eltern beklagen danach, dass es für Familien sehr schwierig ist, eine leistbare Wohnung zu finden. Der hohe Wert dürfte auch mit den hohen Erwartungen zusammenhängen, die man heute an seine Unterkunft hat: Ein eigenes Zimmer pro Kind sollte es schon sein.
Wenn sich Eltern Sorgen machen, dann vor allem um die Gesundheit ihres Kindes: Drei Viertel aller Eltern geben dies an. Väter und Mütter fürchten auch, dass sie in der Erziehung vieles falsch machen (64 Prozent) oder ihrem Nachwuchs keine schöne Kindheit bieten können (56,6 Prozent).
Unzufrieden sind viele Eltern mit der Betreuungssituation – in einer Zeit, in der fast keine Familie mit nur einem Einkommen auskommt: Nur jeder Siebte ist der Meinung, dass es genügend Betreuungsplätze für Kinder gibt. Da ist es logisch, dass fast die Hälfte der Väter und Mütter mehr Ganztagsschulen wollen.

Mittelmäßig

Wobei viele Eltern mit dem Schulsystem an sich zufrieden sind: 40 Prozent schätzen es als gut bzw. eher gut ein. Noch mehr, nämlich 45 Prozent, bewerten es allerdings als mittelmäßig. Reformen werden gewünscht – jeder Zweite spricht sich für ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr aus. Neue Mittelschule (33,3 Prozent) und Zentralmatura (29,8 Prozent) finden weniger Zustimmung. All diese Zahlen machen deutlich, dass Eltern-sein keine einfache Sache ist. Mehr als 70 Prozent geben an, dass es Kinder und Eltern heute schwerer haben als früher. Aber auch den Lehrern gesteht man zu, dass ihr Beruf heute herausfordernder ist als er es früher einmal war.
Gewandelt haben sich im Laufe der Jahre auch die Werte, die Eltern vermitteln wollen. Hieß es früher einmal „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, so sagt das heute fast niemand mehr. Neben der Tapferkeit haben auch Werte wie Leistungsbereitschaft, Glaube, Pünktlichkeit und Treue mittlerweile einen weit geringeren Stellenwert als früher. Ehrlichkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft stehen bei Eltern hoch im Kurs. Zuverlässigkeit wünschen sich vor allem Eltern, die schon jenseits der 40 sind.

Harte Zeiten

Besonders anstrengend finden Mütter und Väter vor allem zwei Lebensphasen: Kinder im Altern von 1 bis 3 Jahren finden ein Drittel aller Familien stressig. Ein weiteres Drittel stöhnt unter pubertierenden Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren. Befragt wurden übrigens ausschließlich Familien, die die Plattform welovefamily.at nutzen, weshalb die Umfrage nur bedingt aussagekräftig ist.

Weitere Details verrät unsere Grafik.

Eine Infografik zum Familienreport 2015, die verschiedene Aspekte des Familienlebens in Österreich beleuchtet.

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