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Leben Essen & Trinken
12/01/2021

"Original" oder "echt": Warum es viele Mozartkugeln gibt

Die Traditions-Süßigkeit aus Salzburg hat nur einen Erfinder – aber viele Nachahmer.

von Ingrid Teufl

Wenn der Hersteller der Salzburger Mozartkugel Insolvenz anmeldet, ist das auch ausländischen Medien eine sorgenvolle Meldung wert. Immerhin verlässt kaum ein Salzburg-Besucher die Stadt, ohne sie verkostet oder als Mitbringsel gekauft hat. Die Frage ist nur: Welche hat man da erstanden? Mit dem berühmten Namen schmücken sich mehreren. Und richtig schwierig wird es, wenn es um die Originalität der Kugeln geht. Oder um die Echtheit.

Der Salzburger Konditor Paul Fürst ersann im Jahr 1890 das kugelrunde Naschwerk unter dem Namen „Mozartbonbon“, seit 1900 verkaufte er es als Mozartkugel.   Die Mischung aus Marzipankern, Pistazien, Nussnugat und einem Überzug dunkler Schokolade kam so gut an, dass sich schnell Nachahmer fanden.  Auch namentlich,  zumal Paul Fürst die Mozartkugel nicht schützen ließ.

Handarbeit und MaschineDas holten seine Nachfolger in den 1990er-Jahren nach und vermarktet die „Original Salzburger Mozartkugel“. Noch heute stelle man die Kugeln  von Hand nach dem Originalrezept aus 1890 her – inklusive dem Aufspießen der Kugeln, das vom Holzstäbchen entstandene Loch wird abschließend mit einem Tupf Schokolade verschlossen. Und, was für die Unterscheidung des Mozartkugel-Angebots nicht unwesentlich ist, in silberfarbenes Stanniolpapier mit einem blauen Mozart-Konterfei gehüllt wird. Das wurde 2017 vom Obersten Gerichtshof entschieden.

Perfekte Rundungen

Dass keine dieser Kugel die perfekten Rundungen aufweist (sowohl äußerlich als auch innerlich) ist erwünscht. Gegenüber maschinell erzeugten Mozartkugeln sei das sogar ein Qualitätsmerkmal, betont man bei der Konditorei Fürst. Maschinell hergestellte Kugeln weisen zudem häufig eine abgeflachte Unterseite auf.  
Das insolvente  Unternehmen „Salzburg-Schokolade“, das zuletzt für den Weltkonzern Mondelez exklusiv die Mozartkugeln herstellte, produzierte lange Zeit händisch, doch ab der Nachkriegszeit zunehmend maschinell: Diese „Mirabell Mozartkugeln“ wurden international bekannt, heute beanspruchen sie das Attribut, die „Echten“ zu sein („Echte Salzburger Mozartkugeln“).

Wem eine „Echte Reber Mozartkugel“ in die Hände rollt (auch das kann in Salzburg vorkommen), hat sich übrigens für das Produkt des deutschen Groß-Süßwarenproduzent Reber entschieden.

Zutaten

Man könnte ebenso zu den Sackerln von Manner („Austria Mozartkugeln von Victor Schmidt“) gegriffen haben. Mozartkugeln haben auch die Hersteller Hofbauer („Hofbauer Mozartkugeln“) und Heindl (Mozartkugeln“) im Sortiment. An die Originalrezeptur  sehen sie sich naturgemäß nicht gebunden. So verzichten manche Rezepturen auf Pistazien oder tunken sie  gar in Milchschokolade. Ob das Herrn Fürst geschmeckt hätte?

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