Verschiedene Kräuter wie Schnittlauch und Basilikum stehen in Töpfen auf einem Fensterbrett.

Gärtnerin: Diese Fehler bei Basilikum & Co. vermeiden

Petersilie, Basilikum, Schnittlauch und Thymian schmecken gut, sind gesund und einfach zu ziehen. Eine Biogärtnerin verrät, welche Fehler man vermeiden sollte.

Es gibt viele Gründe, warum Petersilie, Basilikum, Thymian und Schnittlauch die beliebtesten Küchenkräuter sind. Sie sind reich an Vitaminen und Nährstoffen. Sie wirken unter anderem entzündungshemmend (Petersilie und Basilikum), sind schleimlösend (Thymian) und verdauungsfördernd (Schnittlauch). Fast noch wichtiger: Sie schmecken unglaublich gut und werten selbst einfachste Speisen auf. 

Alle vier Kräuter eignen sich hervorragend als Topfpflanzen fürs Küchen-Fensterbrett. Gerade heimische Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie mögen aber durchaus auch den Halbschatten. Man muss das Töpfchen nicht unbedingt direkt am Fenster platzieren, erklärt die langjährige Biogärtnerin Doris Kampas, Inhaberin von Bio-Garten.

"Gerade wenn sie frisch vom Supermarkt kommen, sollte man Kräuter nicht sofort aufs Fensterbankerl stellen, sonst bekommen sie oft einen Sonnenstich“, warnt die Expertin beim Neukauf.

Basilikum ist der Schluckspecht unter den Kräutern

Auch beim Gießen ist Kraut nicht gleich Kraut. Der Thymian als „typische Griechenlandpflanze“ mag es eher trocken und sandig. „Er darf sich schon zwei, drei Tage trocken anfühlen. Erst wenn man das Gefühl hat, die Erde fängt wirklich an, auszutrocknen, sollte man gießen.“ 

Beim Gießen gilt die Daumenregel 

So eine Behandlung goutiert das dauerdurstige Basilikum hingegen gar nicht. Für dieses und die beiden anderen Kräuter gilt: Daumen einen halben bis einen Zentimeter tief ins Erdreich  stecken. Sobald sich die Erde dort und nicht nur an der Oberfläche trocken anfühlt, sofort bewässern. Die Gärtnerin empfiehlt auch, Kräuter nach dem Kauf in einen etwas größeren Tontopf umzupflanzen. Auch wegen des Mikroplastiks sei sie komplett von Plastiktöpfen abgekommen, sagt Kampas. 

Herbs drying

Thymian lässt sich hervorragend trocknen.  

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Bei diesem Ernte-Fehler kann Petersilie giftig werden

Damit man von den Topfkräutern möglichst etwas hat, sollte man beim Ernten der Zweiglein Rücksicht nehmen. Die Halme des Schnittlauchs etwa schneidet man am besten fünf Zentimeter über der Erde ab, dann treiben sie wieder gut aus. Auch die Blüten sind essbar und werten Salate auf. 

Anders ist das bei der Petersilie. Blüht die zweijährige Pflanze im zweiten Jahr, sollte man die Finger von ihr lassen. Denn dann reichern sich Blätter und Stängel mit Apiol an, das wehenfördernd ist und in hohen Dosen Nieren und Leber schädigen kann.

Frozen Herbs on a wooden table

Schnittlauch friert man am besten schon portioniert ein.  

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Beim Trocknen Kräuter nicht auf Zeitungspapier legen

Der Thymian mag es am liebsten, wenn man ganze Zweige erntet. Er eignet sich auch am besten zum Trocknen. Dazu mehrere Zweiglein zusammenbinden und an einem trockenen Ort aufhängen. Alternativ kann man die Zweige auch auf ein, zwei Blätter Küchenrolle legen und so trocknen. 

Zeitungspapier eignet sich dafür übrigens nicht – Kräuter können den Geschmack der Druckerschwärze annehmen, das Recyclingpapier Mineralölrückstände enthalten. Ist der Thymian trocken, kann man die Blätter einfach von den Stängeln reiben und sie in einer Dose lichtgeschützt lange aufbewahren. 

parsley pesto

Basilikumpesto ist leicht zu machen und gut zu lagern. Rezept siehe unten.

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Häufigster Fehler: Basilikumblätter abzupfen

Der häufigste Erntefehler wird beim Basilikum gemacht. Biogärtnerin Kampas: „Keinesfalls die Blätter einfach von den Stängeln zupfen. Stattdessen immer die Triebspitze über einem Blattpaar ernten.  Denn dann verzweigt sich das Basilikum, wird kräftiger und buschiger.“

So macht man Schnittlauch und Petersilie am besten haltbar

Kauft man die Kräuter bereits geschnitten, empfiehlt die Gärtnerin, Petersilie sofort einzufrischen, dann bleibt sie bis zu einer Woche frisch. Schnittlauch am besten in ein feuchtes Tuch einschlagen. So hält er sich im Kühlschrank mehrere Tage. Beide Kräuter lassen sich hervorragend einfrieren, verlieren beim Trocknen jedoch, im Gegensatz zum Thymian, viel Aroma und Geschmack.

Thyme and rosemary essential oil or infusion

Eingelegt in Öl oder Essig entfalten Kräuter ihr Aroma.  

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Wenig Arbeit, viel Geschmack: Pesto, Kräuteröl, Kräuteressig und Kräutersalz

Basilikum ist das Mimöschen unter den Kräutern und verdirbt schnell. Man kann die Blätter zwar trocknen, sie lassen sich aber auch zum Klassiker unter den Pestos verarbeiten (siehe Rezept unten). 

Alle vier Kräuter machen sich auch in Essig oder Öl eingelegt (siehe Rezept ganz unten) oder als Kräutersalz gut. Dazu zwischen zwei Schichten grobem Meersalz eine Schicht gehackter Kräuter einbetten. Das Salz nimmt den Geschmack an und entzieht überschüssiges Wasser. 

Basilikumpesto - Rezept

Zutaten:

  • 1 Bund Basilikum
  • 6 EL Raps-, Sonnenblumen-  oder Olivenöl
  • 2 EL Pinienkerne
  • ¼ TL fein abgeriebene Zitronenschale
  • 1 Msp. Knoblauch gerieben
  • 4 EL  geriebener Parmesan
  • Salz

Zubereitung:
1. Pinienkerne ohne Öl in der Pfanne anrösten.

2. Basilikum, Öl und Pinienkerne mit Stabmixer pürieren.

3. Zitronenschale, Knoblauch und Parmesan unterrühren, nach Bedarf salzen.

Küchentipp: 
Eine schützende Ölschicht verlängert die Haltbarkeit.

Kräuter-Öl / Kräuter-Essig - Rezept

Zutaten:

  • ca. 100 g Kräuter nach Wahl oder 8 Zweige
  • 500 ml Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Apfelessig

Zubereitung:
1. Kräuter in Flasche geben.

2. Mit Öl/Essig bis zur Mitte des Flaschenhalses auffüllen.

3. Flasche an einen dunklen Ort stellen (nicht Kühlschrank!), täglich einmal schütteln.

4. Öl 2 bis 3 Wochen, Essig 4 Wochen ziehen lassen.

Küchentipp: 
Wenn die Flüssigkeit die Zweige nicht vollständig bedeckt, abseihen und umfüllen (Schimmelgefahr).

Über Marianne Lampl

Redakteurin und Digital Producer bei KURIER und freizeit.at, dem Digitalformat der KURIER freizeit. Geboren im Burgenland, für den Besuch einer Kunstschule mit 13 Jahren nach Wien gekommen. Studierte dann später in Graz Journalismus und arbeitete anschließend in Wien beim ORF, bei Heute und PULS24.at, unter anderem als Ressortleiterin für Szene, Lifestyle, Entertainment und Kultur. Seit 2024 bei KURIER und freizeit.at.

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