Erderwärmung setzt sich ungebremst fort

Laut neuen Daten hat sich die Erwärmung seit 1998 doch nicht abgeschwächt.
Silhouetten von drei Personen vor einem hellen, orangefarbenen Himmel.

Hat die Erderwärmung seit 1998 eine Pause eingelegt - oder doch nicht? Darüber ist jetzt unter Forschern ein neuer großer Streit entbrannt. Bisher waren viele Wissenschafter der Ansicht, dass die Erdwärmung seit 1998 langsamer voranschreitet. Doch eine neue Analyse der US-amerikanischen NOAA (National Oceanographic and Atmospheric Administration) erbrachte jetzt ein anderes Bild: In den ersten 15 Jahren des 21. Jahrhunderts habe es keine Abschwächung des Anstiegs der Erwärmung gegeben. Zwischen den Jahren 2000 und 2014 habe demnach der Anstieg der Durchschnittstemperatur 0,116 Grad pro Jahrzehnt betragen - dies sei sogar etwas mehr als zwischen 1950 und 1999 gewesen. Ihre Untersuchung ist im Fachmagazin Science erschienen.

Korrigierte Daten

Die US-Forscher bezogen aktualisierte und auch korrigierte Temperaturdaten von tausenden Wetterstationen an Land, auf Schiffen und am Meer (Boyen) in ihre neuen Analysen ein. Ihr zentrales Ergebnis: Es gab kein Plateau der Erwärmung, der Anstieg der Durchschnittstemperaturen ist im 21. Jahrhundert bisher mindestens so stark weitergegangen wie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der angebliche Rückgang des Temperaturanstiegs sei "eine Illusion" gewesen, ein "Artefakt" früherer Analysen.

Doch auch hier gibt es Widerspruch: Die Aussage, die Pause der Erwärmung verschwinde, erscheine ihm "etwas übertrieben", sagt etwa Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie, auf Spiegel Online. Weiterhin sei der globale Temperaturanstieg über die letzten Jahre geringer als zuvor.

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