Leben
28.07.2018

76 Küken: Engagierte Entenmama schafft es in die "New York Times"

Eine Entenmama aus Minnesota hat sich 76 Küken angenommen und zieht die kleinen Wasservögel nun groß.

Via Instagram verbreitet sich derzeit ein besonders entzückendes Tierfoto viral im Internet. Es zeigt: Eine Entenmama – mitsamt ihrer 76 Küken. Auf dem Bild, welches Wildtierfotograf Brent Cizek am 17. Juli auf dem Fotobloggingdienst teilte, ist ein Gänsesägerweibchen abgebildet. Es schwimmt am Lake Bemidji, ein kleiner, durch Gletscher geformter See im Norden des US-Bundesstaates Minnesota.

Umgeben ist der Entenvogel von einer ganzen Schar Küken, 76 um präzise zu sein. "Ich liebe die Geschichte, die dieses Foto erzählt", schrieb der Fotograf unter das Bild, welches bisher bereits hundertfach gelikt wurde.

Cizek hatte die Entenmama bereits Ende Juni auf dem See entdeckt. Damals schwammen 50 kleine Entchen hinter ihr her. Daraufhin begann der US-Amerikaner die Enten zu beobachten und kehrte regelmäßig an den See zurück, um weitere Fotos zu machen.

Außerdem machte er sich über die Entengattung kundig. Offenbar sind Adoptionen für die Tierart nicht ungewöhnlich, wie er auf Twitter schreibt: "Enten legen immer wieder einige Eier in fremde Nester. Wissenschaftler sind sich nicht ganz einig, warum sie das machen, glauben aber, dass es sozusagen, eine Art Reproduktions-Versicherung ist, einfach nicht alles auf eine Karte, respektive auf ein Nest zu setzen."

Enten in der New York Times

Mit seiner Tiergeschichte hat es Cizek bis in die New York Times und ins Studio von Talkmaster Jimmy Fallon geschafft, wie er auf Twitter berichtet.

Die New York Times ist auch der Frage nachgegangen, ob die 76 Küken alle von einer Entenmama stammen können. Die Antwort: nein. Gänsesägerweibchen können pro Jahr bis zu zwölf Eier legen, heißt es vonseiten der US-Umweltorganisation National Audubon Society. Die Weibchen brüten diese dann, bevorzugt in Nisthöhlen, 32 bis 35 Tage lang aus.

So viele Küken mit einer Entenmama zusammen zu sichten, sei dennoch "außergewöhnlich", wie Vogelexperte Richard O. Prum im Interview mit dem Blatt bestätigt. Es sei allerdings "unmöglich", dass eine Ente über 50 Eier ausbrütet. Prum vermutet, dass es sich bei der Ansammlung von Küken um eine Kinderkrippe handelt. Das ist im Vogeltierreich nicht ungewöhnlich. Die Weibchen würden ihre Küken dabei in die Obhut einer älteren, erfahreneren Ente geben, erklärt David Rave, der als Ranger für die Region um den Lake Bemidji verantwortlich ist. Im Schnitt würden derartige "Kindergärten" allerdings selten mehr als 50 Küken beherbergen. 

Wie auch immer es dazu kam: Für Fotograf Cizek ist die Ente schon jetzt des Titels "Mama des Jahres" würdig.