Eine Kamera als Augenersatz

Der Kanadier Rob Spence ließ sich eine Mini-Kamera in seine Augenprothese einsetzen.

Der kanadische Regisseur Tom Spence hat ein gewagtes Experiment gestartet. Er ließ in seine Augenprothese eine Kamera integrieren, die es ihm ermöglicht erlebte Momente aus einem ganz persönlichen Kamerawinkel einzufangen. Der Kanadier hatte als Kind ein Auge verloren und trug bis zu seiner Idee mit dem Kameraauge immer eine Augenklappe. Spence, der sich selbst der "eyborg guy" nennt, stellt allerdings durch die Installation der Kamera in seiner Augenprothese nicht seine Sehkraft wieder her... ...sondern kann lediglich erlebte Momente im Nachhinein betrachten, da die Technik noch nicht weit genug ist, um Mikrochips mit dem Sehnerv zu verbinden. Trotzdem erlaubt ihm die Augenkamera im Nachhinein persönliche Erlebnisse auf Video anzuschauen, die er mit anderen Filmmethoden so nie erlebt hätte. Im Zuge der Veröffentlichung des Videospiels "DeusEx: Human Revolution" (Link unten), entwickelt von SquareEnix, wurde Rob Spence gebeten eine Dokumentation über High-Tech-Prothesen, Biokybernetik und "Augmentation" ... zu drehen (Link zur Dokumentation unten) und die Frage zu stellen, wie weit die Technologie von heute, von der Technologie im Spiel, das im Jahr 2027 spielt, noch entfernt ist. 

Spences engster Mitarbeiter ist Kosta Grammatis (Bild), ein ehemaliger Ingenieur der  privaten US-Weltraumfirma SpaxeX... ...aber auch zahlreiche andere Experten unterstützen Rob Spence (re.) bei seinem Projekt. Ein Augenprothesenspezialist, ein schottischer Universitätsprofessor und ein Spezialist für Mikro- und stromsparende Sensoren unterstützen den Kanadier ebenfalls bei seinem Experiment. Trotz des Mikrochipzeitalters, in welchem wir uns befinden, ist es nicht gerade einfach eine kablellose Kamera in einer Augenprothese zu platzieren. Die Augenprothese von Spence ist 9mm dick, 30mm lang und 28mm hoch. Diese Maße machen es für die Ingenieure extrem schwierig eine vollwertige Kamera zu entwerfen, die in die Augenprothese hineinpasst. Vor allem bei der Batterie der Kamera gibt es Schwierigkeiten. Bei dieser kommt es laut Spence noch zu Komplikationen, wie zum Beispiel einem zu hohen Gewicht. Dennoch ist Rob Spence davon überzeugt, dass mit dem Fortschreiten der Technologie auch die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt werden können und dass die Kamera in der Augenprothese schon bald bei mehreren Menschen zum Einsatz kommen könnte.
(KURIER.at / luc) Erstellt am
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