Diese Stadt will pornofrei werden
Paul Antonio, der Bürgermeister von Toowoomba, einer australischen Stadt mit etwa 100.000 Einwohnern, will diese dazu animieren, künftig freiwillig auf Pornofilme zu verzichten.
Dafür hat er die Kampagne "A City Free From Porn", also eine pornofreie Stadt, ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser haben sich vergangenen Mittwoch über 200 Männer in Toowoomba versammelt, um einen Schwur gegen Pornografie zu leisten, die Frauen herabwürdigt. Der Wortlaut von diesem: "Ich bestätige, dass das Schauen von Pornos die Bloßstellung von Frauen und die Gewalt gegen sie fördert. Außerdem zerstört es Familien. Ich verpflichte mich dazu, keine Pornos mehr anzusehen und dabei zu helfen, eine pornofreie Stadt zu erschaffen."
Zeichen gegen Gewalt an Frauen
Doch Antonio geht es bei der Aktion nicht darum, sämtliche Bordelle und Sexshops in der Stadt zu schließen, viel mehr will er ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. "Es geht nicht um Menschen, die ein Bordell oder einen Stripclub besuchen. Wir reden von Menschen, die von Pornografie beeinflusst sind und die negative Folgen davon auf ihre Beziehungen", sagte Antonio zur australischen Nachrichtenseite ABC. "Eine richtige Beziehung ist die schönste Sache, die ein Mensch haben kann. Ich glaube nicht, dass in einer richtigen Beziehung Platz für Pornos ist."
Unterstützt wird Antonios Anliegen von John Minz, Vorsitzender der Organisation Together, die über häusliche Gewalt aufklärt und Opfern von dieser hilft. "Häusliche Gewalt ist der soziale Krebs", sagte Minz zu ABC. "In Bezug auf Drogen und Alkohol tun Politiker und Polizei, was sie können. Aber wer tut das in Bezug auf Pornografie? Die Antwort ist: niemand."
Doch wie realistisch kann eine pornofreie Stadt in einer vernetzten Welt, in der pornografisches Material mit nur einem Klick jederzeit aufrufbar ist, wirklich sein? "Vor allem die Anti-Raucher-Kampagne macht mir Hoffnung", sagte Letitia Shelton, die das Event in Toowoomba organisiert hat. "In den vergangenen 50 Jahren war es möglich, die Risiken des Rauchens hervorzuheben. Sie habe es dadurch nicht ausgemerzt, aber es wird trotzdem viel weniger geraucht.“
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