Deutliche Menschen-Spuren auf dem Mond

Lunar Reconnaissance Orbiter schießt bislang schärfste Fotos von Landefähren, Fußspuren und Technik am Mond.

Der Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der NASA sind die bisher schärfsten Aufnahmen von der Mond-Oberfläche aus dem All gelungen. Sie zeigen die Spuren, die der Mensch auf dem Erdtrabanten hinterlassen hat. Hier sieht man den Überrest (die Landestufe) der Mondlandefähre "Eagle", mit welcher die ersten beiden Menschen auf den Mond gebracht wurden. Die Spuren von Neal Armstrong und Buzz Aldrin, den beiden Mondlande-Pionieren der Apollo-11-Mission, sind bis heute sichtbar. Hier sieht man - unscheinbar, aber doch - die Fußspuren von Armstrong von der Landefähre zu einem kleinen Krater rechts davon. LRRR (Laserreflektor) und PSE (Seismik) bezeichnet zwei Sensoren, die die Astronauten am Mond zurückließen. Hier noch einmal der Landeplatz von Apollo 11 in größerem Winkel. Die Raumsonde LRO wurde zum Zweck dieser Aufnahmen von seinem üblichen Mond-Orbit von 31 Kilometer Höhe auf bis zu 20 Kilometer Höhe über der Mondoberfläche abgesenkt. Das Manöver hat zur Folge,... ... dass man nun sogar Fußspuren der Mond-Besucher deutlich erkennen kann. Hier sind die Pfade der Apollo 12 Mission um die Landefähre Intrepid, deren Überrest immer noch im Mondstaub glänzt. Ab der Apollo 12 Mission... ... zählte es zum Standardprogramm, ein so genanntes "Apollo Lunar Surface Experiments Package" (ALSEP) westlich jedes Landeplatzes zu errichten. Diese Instumenten-Sammlungen in "L"-Form lieferten der Menschheit enorm wichtige Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Mondes. Wie allgemein bekannt, erreichte nur Apollo 13 niemals den Mond. Allerdings sieht man bis heute deutlich die Einschlagsstelle einer Raketen-Stufe der schicksalshaften, aber letztendlich glücklich zu Ende gegangenen Mond-Odyssee von 1970. Durch kombinierte LRO-Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln konnte die NASA nun 3-D-Bilder von Mondlandeplätzen erstellen. Hier sieht man die Umgebung der Überreste von Apollo 14. Bei jeder neuen Mond-Mission in den 70er-Jahren schwärmten die Astronauten weiter aus. Hier sieht man Fußspuren zu einem Krater (re. oben) und zurück (re. unten) der Apollo-14-Besatzung. Westlich der Landestufe "Antares" wurde, wie üblich, ein ALSEP Instrumente-Paket installiert. Rund um den Landeplatz von Apollo 15 erkennt man einen Mars-Rover (re.) und einen so genannten "Lunar Laser Ranging RetroReflector" (LRRR). Dieser hier ist der größte seiner Art und dient als hauptsächlicher Angelpunkt... ... für die Entfernungsmessung zum Mond per Laser. Diese "Laser Ranging Facility" der NASA peilt neben LRRRs auch die Raumsonde LRO direkt an. Hier die weitere Umgebung der Landestelle von Apollo 16. Diese Mission fand 1972 statt und hatte eine Ebene vor den "Descartes"-Bergen am Mond zum Ziel. Im Umfeld des Apollo 16-Landeplatzes sieht man ein Kabel ("geophone line"), das einem Wärmetausch-Experiment diente. Astronaut John Young stolperte jedoch darüber und machte das gesamte Experiment damit zunichte. Mit dem Mond-Rover (re.) wurde der Mond-Geschwindigkeitsrekord von 18 km/h aufgestellt. Bei Apollo 17 konnte die LRO-Raumsonde sogar Details des Landefähren-Überrests erkennen. Im Übrigen... ... gibt es nicht nur US-Spuren am Mond. Hier sieht man beispielsweise die Landestufe der Luna 20 Mondproben-Mission der Sowjetunion. Diese brachte ein paar Gramm Mondgestein zur Erde zurück.

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(KURIER.at / dav) Erstellt am
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