Werden alle "Nerds" nun heiß begehrt?

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Generation Y
06/12/2015

Der Hipster ist tot, jetzt kommt der Yuccie

Kreativ wie der Hipster, erfolgreich wie der Yuppie - der neu kreierte "Yuccie" will beides.

Hipstereis, Hipstergetränk, Hipsterflohmarkt - in den vergangenen Jahren war er einfach überall, der hippe Mittzwanziger mit Hornbrille und Jutebeutel. Jetzt sieht es ganz danach aus, als würde er abgelöst: vom Yuccie nämlich. Der "Young Urban Creative" ist eine Mischung aus Hipster und Yuppie - und schon jetzt nicht sonderlich beliebt.

Die Wortkreation stammt vom 26-jährigen amerikanischen Autor David Infante. In einem Artikel auf der Online-Plattform Mashable erklärt er, warum der Begriff "Hipster" ausgedient hat und eine neue Bezeichnung für junge Menschen seines Alters - der viel zitierten Generation Y - her muss. Der Name "Hipster" sei zum Marketing-Gag verkommen: "Wenn plötzlich jeder ein Hipster ist, ist niemand ein Hipster", schreibt er.

Infante richtet sich an Menschen zwischen 25 und 35, die in Wohlstand aufgewachsen sind und eine gute bis sehr gute Ausbildung haben. Sie leben in der Stadt, arbeiten etwa als Social-Media-Manager und sind der festen Überzeugung, dass ihre Ideen es verdient haben, umgesetzt zu werden - und Geld zu bringen. "Yuccies definieren sich nicht über Wohlstand, sondern über die Beziehung zwischen Geld und ihrer eigenen Kreativität. In anderen Worten: Sie wollen für ihre eigenen Ideen bezahlt werden, und nicht für die von jemand anderem."

Im Unterschied zum Hipster legt der Yuccie also Wert darauf, kreativ zu sein und damit Geld zu verdienen - ähnlich wie der Yuppie, der Young Urban Professional, der in den 1990er-Jahren aufgekommen ist. "Wir wollen erfolgreich sein wie Yuppies und kreativ wie Hipster", schreibt David Infante. Der Yuccie verzichtet auf sichtbare Tätowierungen. Statt einer langweiligen Karriere in der Bank hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und braut Craft Beer. Er hat eine Menge Instagram-Followers, keine Schulden, eine Zusatzversicherung und einen tadellosen Ruf.

Sehr begeistert ist der Autor aber nicht von seiner eigenen Erfindung: "Der Yuccie ist ekelig", schreibt er gar. Er sei extrem privilegiert und habe deswegen den Luxus, kreativ zu sein und sich selbst zu verwirklichen. "Ich schreibe nur, weil ich ständig auf der Suche nach Bestätigung bin. Ich möchte hören, dass mein Talent einzigartig ist", gesteht Infante und schließt seine Yuccie-Kollegen mit ein.

Sieht ganz danach aus, als hätte er ein neues Schimpfwort erschaffen.

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