Das können Sie tun, wenn Ihr Kind gemobbt wird

Die Anzeichen erkennen und richtig reagieren: Tipps für Eltern von Betroffenen.

Wenn das eigene Kind zum Außenseiter wird, schmerzt das. Jetzt braucht Ihr Kind Sie besonders. Es wäre fatal, würden Sie Ihren Sohn / Ihre Tochter nicht ernst nehmen würden. Nicht jeder Streit ist gleichbedeutend mit Mobbing. Werden Kinder aber ständig gehänselt, bedroht oder ausgegrenzt, dann sollten Erwachsene eingreifen. Manche Kinder reden nicht über ihre Sorgen. Verhaltensänderungen sollten daher ein  Alarmsignal für Eltern sein: Fängt das Kind an, Nägel zu kauen oder aus Frust viel zu essen, kann das ein Hinweis sein. Auch starke Unruhe, Nervosität, Freudlosigkeit, Spielunslust, Traurigkeit können eine Folge von Mobbing sein. Fingernägel kauen, Aggression oderständiges Wippen können ebenso ein Anzeichen sein. Hat Ihre Tochter / Ihr Sohn ein erhöhtes  Schlafbedürfnis oder ständig Kopfweh, sollten Eltern der Sache auf den Grund gehen. Konzentrationsstörungen, plötzliche Schulangst oder übertriebene Anhänglichkeit, Spielunlust - auch hier ist eine mögliche Ursache, dass das Kind ausgegrenzt wird.
  Ältere Kinder können schon besser ausdrücken, was Ihnen fehlt und dass sie gemobbt werden. Eltern sollten diese Erzählungen ernst nehmen. Auch wenn die Kinder schon "groß" sind, brauchen sie noch die Hilfe von Erwachsenen. Das sollten Eltern keinesfalls vergessen. Das Bündnis Depression schildert sehr gut, wie man sie im jeweiligen Alter erkennen kann. Wer merkt, dass sein Kind gemobbt wird, sollte aktiv werden. Trauen Sie der Wahrnehmung ihres Kindes! Ihr Kind braucht Sie: Stehen Sie fest hinter ihm. Wenn es nicht in die Schule will, achten Sie auf Alarmzeichen und zwingen es nicht. Suchen Sie Verbündete. Gibt es noch ein Kind in der Klasse, dem es ähnlich geht? Suchen Sie Kontakt zu dessen Eltern. Wenden Sie sich anonym an Beratungsstellen wie der Selbshilfegruppe Mobbing oder dem KURIER Schüleranwalt. Wenden Sie sich an einen Kinderpsychiater oder die Jugendanwaltschaft. Scheuen Sie sich nicht, einen psychiatrischen Befund erstellen zu lassen. Der Befund kann unter Umständen die Schule zum Handeln zwingen. Holen Sie sich Hilfe. Wenn man gegen Lehrer, Eltern, Schulleitung,  Direktion, Hortpädagogen "alleine" ankämpfen, muss ist das kräfteraubend. Oft wird Mobbing nicht wahrgenommen. Notieren Sie den gesamten Verlauf. Schreiben Sie mti Datum auf, wann was passiert ist. Informieren Sie sich über die gesetzlichen Aufgaben der Lehrkräfte. Nehmen Sie - falls nötig - anwaltliche Beratung in Anspruch. Auch die Kinder- und Jugendanwaltschaft hilft. Handeln Sie nie ohne Absprache mit Ihrem Kind. Das könnte als Vertrauensbruch bewertet werden und Ihr Kind könnte sich verschließen. Machen Sie Mobbing transparent. Die Verantworltichen reagieren oft verunsichert, wenn sie darauf angesprochen werden. Deshalb: Seien Sie diplomatisch! Der aus ärztlicher Sicht zu empfehlende Ratgeber: Teuschel/Heuschen - Bullying und Mobbing bei Kindern und Jugendlichen.

Jedes fünfte Kind in Österreich ist Mobbingopfer. Der KURIER hat in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe Mobbing und psychosozialer Stress einen kurzen Ratgeber für Eltern zusammengestellt.

(KURIER / ub) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?