Lisa Kaltenegger

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Interview
03/07/2016

Aliens: Und es gibt sie vielleicht doch...

Astrophysikerin Lisa Kaltenegger über Spuren außerirdischen Lebens und erdähnliche Planeten.

KURIER: Wie erklären Sie sich generell die Faszination der Menschen an Raumfahrt und Weltraumforschung?
Lisa Kaltenegger: Ein Blick ans nächtliche Firmament zeigt uns tausende Sterne. Und damit auch die Umgebung in die wir eingebettet sind, also unseren Teil des Universums. Das ist für mich ein faszinierendes Bild, das sich jeden Abend aufs Neue eröffnet.

Warum begibt sich der Mensch auf die Suche nach weiterem Lebensraum bzw. nach Spuren außerirdischen Lebens? Was erhofft man sich davon?
Neugierde ist ein großer Teil von dieser Faszination. Das macht für mich auch die Menschheit aus, unsere Neugierde. Unsere eigene Welt haben wir schon ziemlich genau erforscht, der Weltraum ist der nächste Horizont für uns, die nächsten unerforschten Weiten, ein kosmischer Ozean, den wir noch nicht erkundet haben, aber die technischen Möglichkeiten dafür, erforschen wir gerade.

Sind Sie davon überzeugt, dass es außerirdisches Leben gibt oder sind wir alleine im Universum?
Es gibt laut den letzten Hochrechnungen Milliarden von Planeten allein in unserer Milchstraße. Es wäre sehr überraschend, wenn es keine anderen Lebensformen gäbe - aber darum ist die Suche ja so spannend. Die Frage ist, wie oft entsteht Leben? Hoffentlich sehr oft, dann stehen uns noch richtig viele spannende Entdeckungen bevor.

Wird es je möglich sein, auf einem anderen Planeten zu leben - wie etwa dem Mars?
Ich gehe davon aus, dass es in Zukunft möglich sein wird. Es wird technisch aufwendig, aber mit Raumanzügen und Sauerstoffversorgung an der Oberfläche, und in Stationen am Mars - oder auf anderen Planeten, ist das ein rein technisches Problem aus meiner Sicht.

2018 wird das James-Webb-Teleskop die Atmosphären von besonders nahen Exoplaneten untersuchen können - was ist Ihre persönliche Hoffnung/Wunsch?
Dass es Leben überall gibt, wo es entstehen kann und dass wir mit dem James-Webb Teleskop die ersten Spuren davon auf einem nahen Exoplaneten entdecken können.

Stichwort Unendlichkeit. Das kann sich niemand vorstellen, vielleicht ist es aber gerade dieser Gedanke, der uns so fasziniert. Das Nicht-Versteh/Greifbare. Etwas, das unsere Vorstellungen sprengt und unser Sein in etwas Größeres einbettet. Wie sehen Sie das?
Viele Dinge, die wir heute wissen - denken Sie allein an Genetik, oder Quantenmechanik, oder allein das Internet, Satelliten und Mobiltelefone - könnten sich bestimmt vor 200 Jahren niemand vorstellen. Aber diese Neugierde auf das, was wir noch nicht begreifen, das bringt uns immer wieder voran - wird zur Lebensqualität und erweitert unseren Horizont. Darum ist diese begeisterte Neugierde für mich eine richtig schöne Eigenschaft, die wir alle haben. Und es wäre spannend, einen Blick in eine Zukunft werfen zu können, denn dann ist bestimmt vieles erklärt, was wir heute nicht begreifen.

Zur Person:

Lisa Kaltenegger: Die 39-jährige Astrophysikerin und Astronomin aus Salzburg forscht an der Cornell University, New York, nach Exoplaneten, Exomonden und Supererden im Weltraum.

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