Astronomen beobachteten kosmischen Schmetterling in Staubkokon

ESO-Teleskop zeigt Frühstadium der Entstehung eines planetarischen Nebels. Ein sehenswertes Schauspiel.
Die farbenprächtige Wolke einer planetarischen Nebel leuchtet vor dem Hintergrund des Weltraums.

Astronomen haben erstmals die frühesten Stadien der Entstehung eines planetarischen Nebels beobachtet - eines der beeindruckendsten Objekte im Kosmos. Die Aufnahmen gelangen den Forschern mit einer neuen Beobachtungsmethode am Very Large Telescope in Chile, wie die Europäische Südsternwarte ( ESO) mitteilte.

Das Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile bei Sonnenaufgang.
APAHOG02 - 23042008 - CHILE: ZU APA-TEXT 330 CI - Uebersichtsbild des derzeitigen Flaggschiffs der Europaeischen Suedsternwarte (ESO), das Very Large Telescope (VLT) auf dem Cerro Paranal in der chilenischen Atacama-Wueste. APA-FOTO: ESO
Die Bilder des ESO-Großteleskops zeigen erstmals, wie ein Himmelskörper - vermutlich ein alternder Stern - einen schmetterlingsförmigen planetarischen Nebel hervorbringt. Planetarische Nebel bilden sich beim Tod von sonnenähnlichen Sternen. Himmelskörper von der Masse unserer Sonne blähen sich in ihren letzten Lebensstadien zu sogenannten Roten Riesensternen auf, um schließlich als Zwergsterne zu enden. Im Verlauf dieses Prozesses stößt der Riesenstern große Teile seiner Hülle ab, was zur Entstehung von planetarischen Nebeln führt.

Formenvielfalt

Diese prächtigen Objekte zeichnen sich durch eine große Formenvielfalt aus. Manche sind rund oder blasenförmig, andere ringförmig oder auch unregelmäßig geformt. Auch schmetterlingsförmige planetarische Nebel kennen die Forscher schon lange. Die Entstehung eines solchen filigranen Nebels, der von den Astronomen bipolar genannt wird, beobachteten die Wissenschaftler nun beim Blick mit dem Großteleskop in Chile auf einen etwa 200 Lichtjahre entfernten Roten Riesenstern im Sternbild Puppis.

Dabei gelangen ihnen Aufnahmen, die dreimal schärfer sind als diejenigen des Weltraumteleskops Hubble. Die neuen Abbildungen zeigen feinste Details der Staubwolke, die den sterbenden Riesenstern umgibt. Zu erkennen ist eine symmetrische, trichterartige Struktur um den Stern. Außerdem entdeckte das Wissenschaftler-Team einen Begleitstern des Roten Riesen.

Staub

Große Mengen Staub in Kombination mit der Anwesenheit eines Begleitsterns gelten als Bedingungen für die Entstehung schmetterlingsförmiger planetarischer Nebel. Wissenschaftler halten es daher für sehr wahrscheinlich, dass der Rote Riesenstern künftig einen kosmischen Schmetterling hervorbringen wird. Der Forscher Pierre Kervella äußerte die Einschätzung, dass Astronomen nun die weitere Entwicklung der Staubstrukturen in dem Sternsystem "in Echtzeit" verfolgen können. Dies sei eine "extrem seltene und aufregende Gelegenheit".

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