Leben 05.12.2011

Apple im Wettlauf mit Exxon Mobil

© Bild: rts

Zwei US-Konzerne rittern um den Titel des wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt.

Apple und der Ölriese Exxon Mobil liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt. Am Mittwoch schob sich Apple zeitweise mit einem Abstand von mehreren Milliarden Dollar wieder an die Spitze. Beide Aktien lagen im frühen US-Handel im Minus.

Am Vortag war der iPhone- und iPad-Hersteller erstmals auf den ersten Rang beim Börsenwert vorgerückt, wenn auch nur für kurze Zeit. Marktexperten rechnen damit, dass für Apple-Aktie auf Dauer noch reichlich Luft nach oben ist, während das Exxon-Papier oft mit Konjunktur-Erwartungen und dem Ölpreis mitschwingt.

Faktor Steve Jobs

Schon zur Schlussglocke am Dienstag war der Abstand sehr dünn: Apple kam auf einem Marktwert von knapp 347 Milliarden Dollar - bei gut 348 Milliarden für Exxon Mobil. Für den Elektronik-Konzern wäre der Titel des wertvollsten Unternehmens die Krönung einer beeindruckenden Wiedergeburt unter der Führung von Mitgründer Steve Jobs.

Als der einst geschasste Jobs 1997 zu Apple zurückkam, steuerte das Unternehmen gerade auf eine Pleite zu. Mit dem Computer iMac gelang es dem neuen Konzernchef, den Fall aufzuhalten. Mit dem 2001 vorgestellten und zunächst unterschätzten Musikplayer iPod eroberte Apple das Musikgeschäft. Das 2007 gestartete iPhone krempelte die Mobilfunk-Branche um. Mit dem iPad dominiert Apple seit vergangenem Jahr den neuen Markt der Tablet-Computer und macht anderen PC-Herstellern zu schaffen. Den Erzrivalen Microsoft überholte Apple beim Börsenwert bereits im vergangenen Jahr.

Aktien-Euphorie vs. Führungs-Sorgen

Ähnlich imposant entwickelte sich in den vergangenen Jahren die Apple-Aktie. Vor zehn Jahren kostete das Papier weniger als zehn Dollar. Die 100-Dollar-Marke knackte Apple erst im Frühjahr 2007, wenige Wochen vor dem Start des iPhone. Im Sommer war sie dann bereits fast 150 Dollar wert und kratzte zum Jahresende an der 200er-Schwelle.

Sorgen um die Gesundheit von Konzernchef Steve Jobs ließen das Papier dann Anfang 2009 wieder unter 100 Dollar fallen. Jobs, der als zentrale treibende Kraft hinter den Apple-Erfolgen gilt, nahm sich eine sechsmonatige Auszeit. Später wurde bekannt, dass er eine Spender-Leber bekam. Das restliche Top-Management unter Jobs' Vertreter Tim Cook konnte jedoch die Anleger überzeugen - und inzwischen steigt die Aktie auch, während der 56-jährige Jobs gerade wieder offiziell eine Pause wegen Gesundheitsproblemen macht. Im Juli ging es hinauf bis auf fast 400 Dollar, bevor der Kurs im Zuge der Turbulenzen an den Finanzmärkten etwas absackte. Am Dienstag rückte die Aktie um knapp sechs Prozent auf 374,01 Dollar vor.

Exxon-Wert schwingt mit Ölpreis

Exxon Mobil wurde hingegen stärker in den Strudel der weltweiten Konjunktursorgen gezogen, die Aktie schwingt oft mit dem Ölpreis mit. Im Frühjahr noch stieg das Papier zeitweise bis auf knapp 88 Dollar. In den vergangenen Wochen fiel es deutlich. Am Dienstag gab es ein Plus von gut zwei Prozent auf 71,64 Dollar.

Erstellt am 05.12.2011