ALMA - Riesenteleskop auf 5.000 Metern

Weltgrößtes Radioteleskop besteht aus mobilen Teilen und wird auf Hochplateau in Chile in Betrieb gehen.

In den chilenischen Anden nimmt in Kürze ein Teleskop der Superlative seinen wissenschaftlichen Betrieb auf. ALMA (Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array) wird das größte Radioteleskop der Welt sein. Das internationale Projekt besteht aus einer Vielzahl von mobilen Antennen,... ... die am Chajnantor-Hochplateau in 5.000 Metern Seehöhe platziert werden. Die transportablen Antennen können in geringem Abstand - wie hier - ... ... oder weit voneinander entfernt platziert werden. So lässt sich quasi zoomen und es entstehen Bilder wie von einem Teleskop mit kilometergroßer Empfangsschüssel. Derzeit sind 16 Parabol-Antennen fertiggestellt. Bis 2013 werden insgesamt 66 riesige Antennen aufgebaut, die gemeinsam Signale aus der Frühzeit des Universums aufnehmen sollen. ALMA liegt in der Atacama-Wüste, die als die trockenste Gegend der Welt gilt und damit beste Bedingungen für die Beobachtungen bietet. Der Norden Chiles... ... war deshalb auch der beste Platz für die Errichtung des VLT (Very Large Telescope), des größten optischen Teleskops der Welt, welches die europäische Astronomie-Organisation ESO am Gipfel des Cerro Paranal errichten ließ. Der Nachthimmel über der Wüste bietet einmalige Sichtverhältnisse. Hier sieht man gleich mehrere Nachbar-Planeten auf einen Blick. Weil mit den Teleskopen auch die Millimeter- und Submillimeter-Strahlung unserer Sonne beobachtet werden soll, muss die Oberfläche einer Schüssel so beschaffen sein, dass Licht im sichtbaren Bereich diffus gestreut wird. Andernfalls würde der Sekundärspiegel, wo die einfallenden Lichtstrahlen konzentriert werden, regelrecht verdampft. Beobachten soll ALMA täglich 24 Stunden, Tageslicht stört - im Gegensatz zu optischen Teleskopen - nicht bei der Beobachtung in diesem Wellenlängenbereich. An dem rund eine Milliarde Euro teuren Projekt sind Partner aus Nordamerika, Ostasien und Europa beteiligt. Aus Asien kommen zwölf Antennen mit sieben Metern Durchmesser - wie hier -,... ... jeweils 25 der Zwölf-Meter-ALMA-Antennen kommen aus Europa und Nordamerika. Die Antennen werden bei ALMA in einer Art "Basislager" auf 2.900 Metern Seehöhe zusammengebaut. Hier ist die Atemluft weniger dünn... ... als am Chajnantor-Plateau. Auf 5.000 Metern ist ALMA eines der höchstgelegenen Bauwerke weltweit und sitzt höher als jedes andere Teleskop auf der Erde. Im "Basislager" haben nordamerikanische (li.), japanische (mitte) und europäische (re.) Konstrukteure ihre eigenen Werkstätten. Von dort werden die fertigen Antennen mit eigens hergestellten, 700 PS starken und 130 Tonnen schweren Transportern... ... durch die Wüste transportiert. Die Spitzengeschwindigkeit der 20 Meter langen Fahrzeuge beträgt 12 km/h. Für sie wurden breite Straßen angelegt... ... bei deren Bau westliches Ökologie-Denken in Reinkultur zur Anwendung kam. Selbst tonnenschwere Riesenkakteen wurden sanft umgepflanzt anstatt umgehackt.

Mehr zum Thema

(apa,eso,KURIER.at / dav) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?