Alle Anzeichen für ein Amazon-Tablet

Das Online-Versandhaus könnte schon bald ins Tablet-Geschäft einsteigen. Was dafür spricht, sehen Sie hier.

Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass Amazon schon bald ein eigenes Android-Tablet auf den Markt bringen könnte. Spekulationen erhalten durch einige Anzeichen, die in eine klare Richtung weisen, enormen Auftrieb. In den letzten Monaten hat Amazon Teil um Teil aufgetischt, nun ist angerichtet und ein Tablet könnte jederzeit kommen: Im März startete Amazon seinen eigenen Appstore für Android-Programme. Apps sollen hier - im Gegensatz zum Android App Market - qualitätsgeprüft sein. Dazu gibt es Aktionstage, an denen bestimmte Apps kurzzeitig kostenlos angeboten werden. Zum Auftakt etwa Angry Birds Rio. Ein funktionierender Appstore ist eine Grundvorraussetzung für ein erfolgreiches Tablet. Amazon ist seit Längerem im mp3-Geschäft. Seit 2007 werden über die Amazon-Webseite Singles und Alben verkauft, seit 2008 gibt es eine Android-App (Bild) für Amazons mp3-Geschäft... ...und erst Ende März starteten Amazon Cloud Drive und Cloud Player. Musik kann damit online verstaut und abgerufen werden. Ein Tablet, das Musik aus einem Online-Speicher streamt, wäre ein gutes Konzept. Speicherplatz am Gerät würde dadurch gespart, die Musik dabei sicher verwahrt werden. Amazon ist weltgrößter Verkäufer von E-Books. Der Schritt vom E-Reader zum vollwertigen Tablet wäre nachvollziehbar. Amazon hat das Know-How einer erfolgreichen Geräte-Produktion und -Distribution. Dazu gibt es Kindle-Apps für das iOS-betriebene iPad... ...und Android-Tablets. Gerade jetzt wurde die Kindle-App speziell für die Tablet-optimierte Android-Version 3.0 Honeycomb herausgebracht (Bild). Neben E-Books, Musik und Apps bietet Amazon auch ein funktionierendes Video-Verleihservice an. Amazon Instant Video erlaubt Streaming von vollen Film-Titeln,... ...sowie den Kauf von Filmen, ob auf unterstützten Web-TV-Boxen oder im Webbrowser. Tablets werden oft für das Ansehen von Videos benutzt. Auch hier käme die bereits vorhandene Infrastruktur einem Amazon-Tablet zugute. Amazon betreibt auch ein eigenes Prime Programm. Nutzer zahlen dabei einen jährlichen Fixbetrag und erhalten dafür gewisse Vorteile. Instant Videos können Prime-Nutzer beispielsweise gratis ansehen. Wenn dies auch auf einem Tablet möglich wäre, könnten Prime-Kunden leicht zu einer diesbezüglichen Neuanschaffung motiviert werden. Ob Prime- oder Normal-Kunde, Amazon besitzt bereits Millionen Kunden-Konten. Eine Neuanmeldung bei einem Tablet-Betreiber und dessen Vertriebs-Plattform (etwa iTunes) würde für viele Käufer entfallen, wenn man ein Amazon-Tablet erwirbt. Die Trittsteine sind für Amazon also gelegt. Nun stellt sich die Frage, wie genau der Konzern eine Tablet-Veröffentlichung angehen könnte. Erst vor wenigen Tagen wurde eine werbegestützte Kindle-Version vorgestellt. Auf dessen Bildschirmschoner erscheinen spezielle Angebote. Amazon kann dadurch ein günstigeres Modell des E-Readers anbieten. Ein günstiger Preis könnte auch zu einem Hauptargument für den Kauf eines Amazon-Tablets werden. Mit seinem US-Konkurrenten Barnes & Noble liefert sich Amazon schon seit längerem eine Preisschlacht. Der Nook E-Reader (Bild) bietet zwar ein Farbdisplay, aber Amazons Kindle verkauft sich wegen des geringen Preises besser. Sollte Amazon ein Tablet herausbringen, das bei gleicher Leistung die Konkurrenz preislich schlägt, wäre das ein enormer Vorteil. Experten gehen davon aus, dass ein Preis zwischen 200 und 250 US-Dollar (140 bis 180 Euro) ein unschlagbares Argument wäre. Ein 10,1-Zoll-Tablet - wie hier etwa Samsungs Galaxy Tab 10.1 - könnte um diesen Preis aber nicht verkauft werden,... ...ein 7-Zoll-Tablet - wie auf dieser Bildmontage - ist daher wesentlich realistischer. Amazon könnte ein solches Gerät von einem anderen Hersteller - etwa Samsung - produzieren lassen und unter eigener Marke verkaufen. Aufgrund des immer breiter werdenden Tablet-Segments wäre es zweckdienlich, wenn ein Amazon-Tablet so schnell wie möglich auf den Markt käme. Ob es schon diesen Sommer soweit ist, wird man sehen.
(KURIER.at / dav) Erstellt am
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