Gal Gadot als Superheldin „Wonder Woman 1984“

© Warner

Film
01/05/2021

"Wonder Woman 1984": Auch Superheldinnen können enttäuschen

Gal Gadot als „Wonder Woman 1984“ von Patty Jenkins sackt ab, aber ein dritter Teil ist fix geplant

von Alexandra Seibel

Zum zweiten Mal wirft Gal Gadot als Superheldin „Wonder Woman“ ihr glühendes Lasso aus – doch diesmal will sich das erhoffte Filmwunder nicht einstellen.

Als Regisseurin Patty Jenkins im Jahr 2017 mit der DC Comic Verfilmung „Wonder Woman“ einen enormen Kassenhit landete, blieb der Branche der Mund offen stehen: Wow! Eine Frau kann bei einem Blockbuster Regie führen, der ein Budget von 150 Millionen Dollar hat (üblicherweise nur den Männern vorbehalten)! Kein Superheld, sondern eine Superheldin steht im Mittelpunkt! Die Kritiken sind durchwegs positiv! Und der Film spielt weltweit 822,2 Millionen Dollar ein! Die Begeisterung kannte keine Grenzen. Dementsprechend hoch lag die Latte für die Fortsetzung „Wonder Woman 1984“. Wieder führte Patty Jenkins Regie, wieder übernahm die Israelin Gal Gadot die Hauptrolle. Und das Produktionsbudget kletterte diesmal auf satte 200 Millionen Dollar hinauf.

Doch im Jahr der Pandemie kämpfen nicht nur Superheldinnen mit Schwierigkeiten. Das Warner-Studio musste den Kinostart mehrfach verschieben (in Österreich gibt es bis heute keinen fixen Starttermin) und kündigte schließlich für die USA und Kanada für den 25. Dezember einen Doppel-Start an: „Wonder Woman 1984“ lief zeitgleich in den nordamerikanischen Kinos (von denen rund 60 Prozent geschlossen blieben) und auf Warners hauseigenem Streamingservice HBO Max an.

Der Erfolg war – zumindest für pandemische Verhältnisse – anfänglich groß: Mit 22,5 Millionen Dollar Einspielergebnis in der ersten Woche stellte „Wonder Woman 1984“ andere Filmstarts in den Schatten. Die zweite Woche allerdings sah schon deutlich schlechter aus, denn die Einnahmen nahmen um 65 Prozent ab.

Couch gegen Kino

Über die Gründe für diesen massiven Absacker lässt sich spekulieren. Gut möglich, dass potenzielle Kinobesucher und ihre Familien beschlossen, sich nun doch lieber auf der Couch niederzulassen, um das Filmspektakel günstiger als im Kino auf HBO Max anzusehen.

Besonders enttäuschend sehen die Einspielergebnisse in einem so wichtigen Markt wie China aus, wo der Film am ersten Wochenende nur 18,8 Millionen Dollar einspielte – 20 Millionen weniger als noch der erste Teil – und damit praktisch floppte.

Zudem bewegen sich die Filmkritiken nur im lauen Bereich der Begeisterung. Während „Wonder Woman“ von 2017 auf der Kritikerplattform Rotten Tomatoes 93 Prozent an positiven Kritiken verzeichnete, konnte „Wonder Woman 1984“ nur noch 60 Prozent für sich gewinnen. Manche Verrisse lesen sich geradezu feindselig. Der Film sei so „blöde“, dass er nicht nur „enttäusche“, sondern geradezu „wütend“ mache, schäumte der britische Guardian, der „Wonder Woman 1984“ vorwirft, seine „pseudo-feministischen“ und „sozialen Anliegen“ in den Dienst eines durch und durch reaktionären Films zu stellen.

Viele Kritiker merkten verärgert an, dass die Hommage an die 80er Jahre auch in den rassistischen Stereotypen, gerade was die Darstellung von Muslimen betrifft, stecken geblieben ist.

Ein unschlagbarer Hit ist „Wonder Woman 1984“ jedenfalls unter den Filmpiraten. Gleich wenige Minuten nach seiner Veröffentlichung auf HBO Max gab es bereits Raubkopien in bester Qualität.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.