© (c) Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Staatsoper
03/25/2013

"Wozzeck" als packendes Musikdrama

Alban Bergs Oper geht gnadenlos unter die Haut. Mit Simon Keenlyside, Anne Schwanewilms und Dirigent Franz Welser-Möst.

von Peter Jarolin

Staatsoper. Musikfreunde sollten diese Chance wirklich nützen. Denn es kommt nicht alle Tage vor (Reprisen: 27. und 30. März sowie 2. April), dass die Wiener Staatsoper Alban Bergs Meisterwerk „Wozzeck“ auf dem Spielplan hat. Und das in der wohl exemplarischen Inszenierung von Adolf Dresen aus dem Jahr 1987 und großteils in musikalischer Top-Qualität.

An der Spitze dabei Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst und das für die Wiederaufnahme des Werks exzellent geprobte Orchester. Denn Welser-Möst und die Musiker sorgen für ein expressives, farbenprächtiges, nuanciertes, dabei aber technisch stets klar strukturiertes Drama, bei dem etliche Details der Partitur ausgearbeitet werden. Dass Welser-Möst zudem die Sänger quasi auf Händen trägt, ehrt den Maestro umso mehr.

Geschundene Kreatur

Die vielen Rollen-Debütanten wissen dies meist auch zu schätzen. Vor allem Simon Keenlyside, der seinen ersten Wiener Wozzeck richtig aussingen darf, der mit noblem Bariton das Schicksal dieser geschundenen, letztlich zum Mörder werdenden Kreatur deutlich macht, der auch darstellerisch brilliert. Als Marie ist Anne Schwanewilms um eine ausgefeilte Charakterstudie bemüht. Dass ihr Sopran auch extrem schrill klingen kann, ist eine Tatsache.

Der Tenor und Haus-Debütant Gary Lehman ist ein vokal solider Tambourmajor, Wolfgang Bankl ein profunder Doktor, Norbert Ernst singt und gestaltet den Andres überzeugend; als Hauptmann liefert Herwig Pecoraro ein Kabinettstück ab. Tadellos das übrige Ensemble. Lohnt sich.

KURIER-Wertung: **** von *****

Bilder vom Staatsopern-"Wozzeck":

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