Wiener Schauspieler Manfred Schmid mit 86 Jahren gestorben

Manfred Schmid, geboren am 4. April 1940, starb kürzlich an Lungenkrebs. Dies gab dessen Ehefrau, die Schauspielerin Inge Maux, bekannt.
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Schauspieler zu werden, war nie der Plan von Manfred Schmid, wie der Wiener 2020 im Interview mit dem „Online Merker“ anlässlich des Erscheinens seiner Memoiren erzählte: „Es klingt wie eine dieser erfundenen Drehbuch-Episoden, aber tatsächlich war es so, dass ich einen Freund zur Aufnahmsprüfung ins Reinhardt-Seminar begleitet hatte, und weil ich mit ihm alle Rollen studiert hatte, machte ich halt auch mit. Und wurde genommen. Mein Schicksal war besiegelt. Und Jahre des Glücks folgten – ich durfte Marisa Mell küssen, ich war in Heidelinde Weis verliebt, so schöne Mädchen wie Erika Pluhar waren da… was wünscht man sich als Achtzehnjähriger mehr! Und Lehrer wie Helene Thimig, Vilma Degischer oder vor allem der verehrte Hans Jaray, das war schon großartig.“

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Nach dem Seminar-Abschluss ging er – mit Unterbrechungen – zu den Augustiner Chorherren in Klosterneuburg, insgesamt vielleicht drei Jahre. Aber seine Freunde brachten immer wieder auf den „rechten Weg“ zurück: „Und so landete ich eben doch dort, wo ich hingehörte, im Theater.“

Manfred Schmid spielte unter anderem bei Helmut Siderits in der Kleinen Komödie in der Walfischgasse, er arbeitete auch für sehr „linke“ Theater, die Komödianten des Conny Hannes Meyer, das Jura Soyfer-Theater von Georg Mittendrein: „Aber das war für mich kein Problem, das war eine Form des Theatermachens und keine persönliche Überzeugung. Begleitet hat mich mein Leben lang nur die Affinität zum Judentum.“ 

„So jüdisch wie Sie möcht’ ich einmal ausschauen“, soll Fritz Muliar gesagt haben, als er in den Kammerspielen den Papst spielte und Manfred Schmid den Rabbi. Auf den Kollegen war er aber nicht gut zu sprechen: Muliar hätte ihn um einige Jahre an der Josefstadt gebracht, auf die er gehofft hatte.

 Inge Maux kannte er, seit sie Anfang der 1960er als 18-jähriges Mädchen im Theater der Jugend aufgetaucht ist, wo er damals spielte: „Ingeborg Wöchtl hieß sie, und ich habe ihr gesagt, mit dem Namen macht man keine Karriere. Als Inge Maux ist ihr das mühelos gelungen.“ Die Liebe, so liest man, erblühte aber erst 1990 bei den Sommerspielen im Stift Altenburg, drei Jahre später wurde geheiratet. Das Paar lebte in Artstetten, im Haus von Manfred Schmids Vater.

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