Vereinigte Bühnen Wien melden Mitarbeiter bei AMS-Frühwarnsystem an

Auswirkungen des Sparkurses auf Belegschaft sollen laut VBW-Geschäftsführer Franz Patay "so gering wie möglich" gehalten werden.
Blick in ein leeres Theater mit rotem Samt und einem Kronleuchter, wie im „Phantom der Oper“.

Die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) sind jener Kulturbetrieb, der am stärksten von den Einsparungen im Zuge der Budgetkonsolidierung der Stadt Wien betroffen ist. Die Subventionskürzung von fünf Mio. Euro führte bereits zur geplanten Schließung der Kammeroper ab Herbst, nun dürfte es auch zu Personalabbau kommen, wie die "Kronen Zeitung" berichtet. 

Zur Anzahl der beim Frühwarnsystem des AMS vorgemerkten Mitarbeitenden wollten die VBW auf APA-Anfrage keine Auskunft geben.

Vereinigte Bühnen Wien melden Mitarbeiter bei AMS an

Jedenfalls seien "alle Bereiche der VBW evaluiert und das Unternehmen ganzheitlich betrachtet" worden, hieß es auf die Frage, in welchen Bereichen es zu Personalkürzungen kommen könne. Noch im Dezember hatte VBW-Geschäftsführer Franz Patay betont, dass man die Personalkosten mit Qualifizierungs- und Umschulungsangeboten oder durch den Verzicht auf Nachbesetzungen reduzieren wolle. Betriebsbedingte Kündigungen im rund 800 Köpfe umfassenden Personalstand zu vermeiden, sei das Ziel, hieß es damals.

Sozialplan wird verhandelt

Auf APA-Anfrage hieß es von Patay am Montag: "Oberstes Ziel bleibt, die Auswirkungen für die Belegschaft so gering wie möglich zu halten, die Mitarbeiter*innen zu schützen und den Spielbetrieb und die künstlerische Qualität zu erhalten."

Wie es in der Kronen Zeitung heißt, seien einige Mitarbeiter zuletzt beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice (AMS) angemeldet worden. Aktuell werde ein Sozialplan verhandelt. Die Anmeldung im Frühwarnsystem habe man vorsorglich vorgenommen, hieß es seitens der VBW. "Das ist eine gesetzlich vorgesehene Maßnahme, keine Vorentscheidung über konkrete Schritte", erklärt die Sprecherin gegenüber der Zeitung.

FPÖ kündigt Anfrage im Gemeinderat an

Die Wiener FPÖ kündigte eine gemeinderätliche Anfrage zum möglichen Personalabbau an. "Es ist inakzeptabel, dass ein Unternehmen im Eigentum der Stadt Wien offenbar Personalabbau vorbereitet und die politischen Entscheidungsträger, also die gewählten Mandatare des Wiener Gemeinderats, davon lediglich aus den Medien erfahren", so FPÖ-Wien Stadtrat Stefan Berger und FPÖ-Wien Kultursprecher Lukas Brucker. 

Durch die Anfrage solle u.a. geklärt werden, wie viele Mitarbeitende beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet wurden, welche Bereiche konkret betroffen sind und welche politischen Stellen wann informiert wurden.

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