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Stadtforschung
10/03/2014

Urbanize: Von Mietrebellen und "sicheren Städten"

Das Urbanize-Festival widmet sich in der fünften Ausgabe dem Thema "Safe City" mit Filmen, Workshops und Diskussionen.

von Marco Weise

Experten warnten vor Jahren vom Niedergang der Städte. Von Verarmung, Segregation, kriminellen Machenschaften und der damit verbundenen Bevölkerungsflucht in die Peripherie war die Rede. Aber weit gefehlt, denn heute wohnen immer mehr Menschen in Ballungsräumen. Besonders starken Zuwachs verzeichnet Wien – bis 2029 soll die Bundeshauptstadt die 2-Millionen-Einwohner-Marke knacken. Wohnungen müssen gebaut, Infrastruktur geschaffen und für Sicherheit gesorgt werden. Mit diesem breit gefächerten Themenkomplex beschäftigt sich seit 2000 dérive, dem Verein für Stadtforschung. Neben einem Magazin organisiert man auch das Urbanize, ein Festival, das sich seit 2010 mit den (gesellschaftlichen) Entwicklung im urbanen Raum auseinandersetzt.

Sicherheit

"Safe City" lautet das Überthema des diesjährigen Programms. In zahlreichen Vorträgen, Workshops, Stadtexpeditionen, Filmen und Diskussionsrunde beschäftigt sich das Festival mit der Sicherheit in der Stadt. Dabei steht ein tatsächlicher Sicherheitsbedarf einer teilweise dreisten Überwachungsideologie gegenüber.

Neben der immer stärker werdenden Fremdüberwachung nimmt die von uns freiwillig in Kauf genommene Selbstüberwachung via Smartphone enorm zu. Kaum steigt man aus dem Flugzeug, wirft man sich schon in Selfie-Pose - und schon landet das Bild via Facebook, Twitter oder Instagram im Internet. Ich poste, also bin ich. Die persönliche Datensammlung im Internet wird täglich größer, immer mehr Infos werden über einen gespeichert, ob man will oder nicht. Welche Auswirkungen die Praktiken der Gadget-Gesellschaft auf den städtischen Raum, die Kultur und die Gesellschaft haben, wird von Daniel Aschwanden und die Medienkünstlerin Conny Zenk im Workshop Bastard Crowding (4./5. Oktober) spielerisch aufgezeigt. Für diesen und einen anderen Workshop kann man sich hier anmelden.

Wir bleiben

Ein weiteres aktuelles Thema greift die Österreich-Premiere von "Mietrebellen - Widerstand gegen den Ausverkauf der Städte" auf. Der Dokumentarfilm von Gertrud Schulte Westenberg und Matthias Coers handelt von den Mieterkämpfe in Berlin gegen die Verdrängung aus den nachbarschaftlichen Lebenszusammenhängen. Ein Phänomen, das aktuell in vielen Städten zu beobachten ist - in abgeschwächter Form auch in Wien. In internationalen Metropolen wie London, New York oder Berlin ist die Situation weiter fortgeschritten. Dort hat der Kampf um die Stadt schon längst begonnen. Es geht um leistbares Wohnen. Wie sich die Berliner gegen die zunehmende Immobilienspekulationen wehren, kann man in der Dokumentation "Mietrebellen" sehen (Trailer unten). Gezeigt wird die Dokumentation zum Abschluss den Urbanize-Festivals - am 12. Oktober (12.00 Uhr) im Stadtkino.

Infos: "Urbanize - Internationales Festival für urbane Erkundungen" von 3. bis 12. Oktober in Wien.

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