U2: Mega-Aufwand um die 600-Tonnen-Kralle

Das Konzert des Jahres: Mit innovativer Rundbühne und vielen Hits bringen U2 am Montag ein 360-Grad-Erlebnis ins Wiener Happel-Stadion.

Vier Gabeln, aufgestellt auf einem Tischtuch, so dass sich die Zinken oben ineinander verkeilen. Das war das erste Modell der "Kralle", der innovativen Bühnenkonstruktion der "360°"-Tour von U2, die am Montag im Ernst-Happel-Stadion in Wien Station macht. ...

Ins Bild klicken, um fortzufahren. Gebaut wurde der Besteck-Prototyp 2006 während eines Abendessens der Musiker mit Show-Designer Willie Williams.
Denn schon damals, gerade mit der "Vertigo"-Show auf Tour, suchte die Band nach einem neuen Konzept für ihre Konzerte. "Ziel war, die traditionellen Barrieren von Shows in Stadien aufzubrechen, wo die Bühne auf drei Seiten von Equipment eingemauert ist", erklärt Sänger Bono. "Die 360°-Konstruktion garantiert, dass wir allen Leuten einen gleich guten Blick auf die Bühne geben." Aber auch, dass U2 trotz der monströsen Show leistbare Tickets auflegen können. Weil alle Ränge rund um die Bühne offen sein können, gibt es weit mehr Karten als bei sonstigen Stadion-Rock-Shows.

Bild: Bühnenaufbau vor dem Tourstart im Camp Nou-Stadion von Barcelona. Den Einnahmen-Gewinn investiert die Band, indem sie 85% der Karten unter 95 Euro verkaufen, 10.000 pro Konzert für nur 30 Euro. Was aber auch bedeutet, dass die"360°"-Tour, die im Juni 2009 in Barcelona (Bild) startete und bis Sommer 2011 dauert, erst nächstes Jahr den Break-even erreichen wird. Denn die "Kralle" mit ihren 27,5 Meter hohen Beinen und dem 46 Meter hohen Mittelmast kostet über 20 Millionen Euro. Eine davon. Weil es aber vier Tage dauert, die 600 Tonnen schwere Konstruktion aufzubauen, haben U2 drei Krallen anfertigen lassen, die alternierend zum Einsatz kommen. Ein Aufwand, der 600.000 Euro pro Tag kostet – nur für die 120 Trucks und Gehälter der 147 mitreisenden Crewmitglieder. Und weil die versorgt werden müssen, werden U2 auch im Ernst-Happel-Stadion backstage eine Wäscherei mit je drei Industrie-Waschmaschinen und -Trocknern und eine Küche aufbauen, in der zwölf Köche werken.

Von links: Larry Mullen Jr., Bono, Adam Clayton und The Edge. Doch all der Aufwand tritt in den Hintergrund, wenn U2 die Bühne betreten. Denn auch nach mehr als 30 Karriere-Jahren können die Iren ihre Show nicht nur mit Technik sondern auch mit Seele füllen. Neben Show-Effekten wie dem ausfahrbaren Videoschirm gibt es all die Hits, ... ... mit denen U2 seit Jahren nahtlos Rock und Haltung verbinden: ...

Bild: Bono mit Bassist Adam Clayton. "MLK" über Martin Luther King, ...

Bild: The Edge an der Gitarre. „Sunday, Bloody Sunday“ über den 30. Jänner 1972, als in Derry in Nordirland 14 unbewaffnete Menschenrechtsaktivisten von der britischen Armee erschossen wurden.

Bild: Drummer Larry Mullen Jr. Und "Where The Streets Have No Name", über Belfast, wo man die Religion der Einwohner an der Adresse erkennt. 

Bild: Diese Straße von New York (West 53rd Street) bekam vorübergehend einen (neuen) Namen. Karten für das Konzert im Ernst-Happel-Stadion gibt es nicht mehr. Die Show war bereits wenige Stunden nach Verkaufsbeginn im Oktober 2009 ausverkauft. Und nachdem Bono, der im Mai nach einem Bandscheiben-Vorfall notoperiert werden musste, rechtzeitig für die Wien-Show wieder fit geworden ist, ... ... fiebern die 75.000 glücklichen Kartenbesitzer jetzt Montag, 21 Uhr, entgegen. Denn da wird Bono in Wien auf die Bühne gehen und mit "Beautiful Day" ... ... die "360°"-Show eröffnen.
(kurier / Brigitte Schokarth, tem) Erstellt am
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