© KuRIER

Kultur
02/12/2019

Thomas Bernhard starb vor 30 Jahren: So berichtete der KURIER

Der Nachruf auf Bernhard und die folgende Aufregung über das Testament im Rückblick.

von Georg Leyrer

Zuerst einmal geschah tagelang lang: Nichts. Thomas Bernhard hatte testamentarisch verfügt, dass erst nach vier Tagen über seinen Tod berichtet werden dürfte. Dann aber widmete der KURIER dem Autor fast eine ganze Seite - im kleinteiligen Layout von damals eine gewaltig große Geschichte. "Die Heimat war Anlaß für ständige Erregung", war der Nachruf in der Ausgabe vom 17. Februar 1989 betitelt. "Bernhard hat für Erregungen und Verstörungen gesorgt, daran, daß er ein bedeutender Autor war, hat niemand gezweifelt", hieß es etwa darin. Und zum Schluss: "Er war, erkennt man rückblickend, eine Notwendigkeit."

Einen Tag später dann folgte der Bericht über das, was Bernhards Werk noch lange begleiten sollte: Das Testament, beschrieben als "Testament gegen Österreich": Bernhard will "70 Jahre nicht aufgeführt und gedruckt werden". Ein Kurzkommentar bedauert dies: Bernhard wolle mit Österreich "über den Tod hinaus nichts zu tun haben".

Und diese Aufregung ging weiter: Bernhards Verleger Siegfried Unseld hat in der "Zeit im Bild" die Diskussion angestoßen, dass das Testament "falsch interpretiert" worden sei, berichtet der KURIER am 19. Februar 1989. Er interpretierte, dass das Testament nur für Unveröffentlichtes gelten solle. Es ging um Groß- und Kleinschreibung. Der Bericht: