Kultur
09.09.2018

"The Deuce": Serie über die New Yorker Pornoindustrie geht in die zweite Runde

Staffel zwei von "The Deuce" startet auf Sky: Die US-Serie ist ein unterhaltsames wie schrilles Sittengemälde der New Yorker Pornoindustrie der 1970er-Jahre.

In der US-Serie „The Deuce“ dreht sich alles um Sex. Aber nicht um jenen, der für alle Beteiligten Spaß macht, aus Lust aufeinander entsteht.

Nein. Es geht um den vorgetäuschten Orgasmus, ums Tarnen und Täuschen während des Stellungswechsels, ums „So-tun-als-ob-es-Spaß-machen-würde“. Wer sich nach diesen ersten Zeilen viel nackte Haut und detaillierte Aufnahmen vom Oralverkehr erwartet, sollte woanders danach suchen. Denn die Fernsehserie ist vielmehr ein Blick hinter die Kulisse der in den 70er-Jahren in den USA aufkeimenden Pornoindustrie, bei dem es den beiden Serienschöpfern, David Simon und George Pelecanos („The Wire“), vor allem um die Schattenseiten geht – dazu gehören Drogenkriege, Gewalt und das Virus HIV.

Ab heute, Montag, geht „The Deuce“, dessen erste Staffel (2017) u. a. für die Golden Globes nominiert wurde, in die zweite Runde.

Die neue und somit zehnte Folge schließt aber nicht nahtlos an das schockierende Ende von Staffel eins an, sondern macht einen Zeitsprung: Vom Jahr 1971 geht es ins Jahr 1978 – und damit zur kommerziellen Hochblüte des Punk.

Die Geschichte ist lose von der Karriere der mafiösen Zwillingsbrüder Vincent und Frankie Martino inspiriert, die zentrale Figuren in der Pornoindustrie waren. Beide Martinos werden von James Franco gespielt. Herz der Serie ist aber die Ex-Prostituierte Candy (Maggie Gyllenhaal), die – begleitet von guter Musik aus dieser Ära – als Pornoregisseurin den seichten Filmen eine feministische Ebene geben möchte.

„The Deuce“ ist ein tolles Sittengemälde des New Yorks der 70er-Jahre, das sich auch als Spiegelbild unserer Zeit entpuppt. MArco WeiseThe Deuce:Staffel 2 ab heute, Montag, bei Sky Atlantic und Sky Ticket.