Kultur
05.10.2018

"Tatort" Dortmund: Ein Neuer – und viele Fragen

In Dortmund gibt es "Tod und Spiele". Und einen neuen Ermittler: Rick Okon ist ab heute, Sonntag, (20.15/ORF2) als Hauptkommissar Jan Pawlak im Einsatz.

Dieser Mord wäre fast unentdeckt geblieben. Zum Glück gibt es eine Spurensicherung, die bestätigt: Die verbrannten Knochen, die in der Feuerstelle gefunden wurden, gehören zu einem Menschen. Aber in der Asche finden sich noch weitere Spuren – etwa ein Schlüssel, der die beiden Dortmunder Chef-Ermittler Martina Bönisch (Anna Schudt) und Peter Faber (Jörg Hartmann) die Türe zu einem Hotelzimmer öffnet. Dort entdecken die Kommissare einen vermeintlichen Zeugen: Doch der eingeschüchterte und ausgehungerte Bub versteht offensichtlich kein Wort. Wer dieser Junge ist, lässt sich nicht herausfinden. Auch eine Vermisstenanzeige, die passen würde, liegt nicht vor. Derweil kommt die Rechtsmedizin zum Ergebnis, dass das männliche Todesopfer bereits zu Lebzeiten zahlreiche Knochenbrüche erlitten hatte.

Der neue Fall aus Dortmund liefert einem am Sonntagabend (20.15/ORF2) viele Fragenzeichen nach Hause. Langsam kommen die Ermittler auf die richtige Spur. Sie führt in eine brutale, illegale Kampfsportszene.

In den Ring steigt auch Rick Okon, der als Hauptkommissar Jan Pawlak seinen Dienst bei der Dortmunder Mordkommission antritt – und dabei gleich volles Risiko eingehen muss. Unfreiwillig. Denn sein naturgemäß grantiger Chef Faber will es so.

Also in rein in einen dubiosen Fightclub – undervover, versteht sich. Jan Pawlak hängt sich im Club an einen Tschetschenen, der dort als Trainer arbeitet und offenbar bei illegalen Kämpfen antritt. Dem Schauspieler Rick Okon, der Ende November in der Serie „Das Boot“ als Kapitän zu sehen sein wird, wurde bei den Dreharbeiten so einiges an Training abverlangt.

Nur kurz hat Rick Okon überlegt, als das Angebot kam, beim Dortmunder „ Tatort“ die Nachfolge von Daniel Kossik (Stefan Konarske) zu übernehmen, denn: „Die Sendung hat einen extrem hohen Stellenwert in Deutschland. Außerdem war ich schon immer Fan der Dortmunder Ermittler. Es sind spezielle Figuren mit einem stark ausgeprägten Charakter“, sagte Rick Okon dem KURIER. Bei so vielen Alphatieren muss man sich als Neuer natürlich erst beweisen: „Ich habe auch einen schweren Start“, kommentiert der 29-jährige Schauspieler, der – abseits des Drehbuches – vom Team „super aufgenommen wurde“.

Weltekel

Der Dortmunder „Tatort“ lebt auch diesmal vom zynischen Weltekel, den Kommissar Faber versprüht. Er spuckt Gift und Galle – sich selbst und sein Leben hasst er dabei am meisten. Aber bei „Tod und Spiele“ entdeckt seine Kollegin bei ihm auch eine andere Seite: „Sie haben gelächelt“, staunt Bönisch ungläubig. Faber reagiert darauf gewohnt trocken: „Das gibt meine Gesichtsmuskulatur gar nicht her.“