Superlative bei Auktionen im Dorotheum

Für jeweils mehr als eine halbe Million Euro gingen zwei Werke der Klassischen Moderne weg. Spitzenpreise auch bei den Zeitgenossen.

Die "Wasserburger Landschaft mit Häusern und Wiese" (1907, Öl auf Karton) von Alexej Jawlensky wurde bei der Auktion der Klassischen Moderne um 593.800 Euro verkauft. Damit wechselte das Werk weit über seinem Schätzwert von 180.000 bis 280.000 Euro den Besitzer. Alfons Walde "Der Aufstieg" (1930, Öl auf Karton) erzielte 572.300 Euro - ein Weltrekordpreis für Arbeiten des Künstlers bei einer Auktion. Um stattliche 398.300 Euro fand sich ein Käufer für Alexej Jawlenskys ikonisches Porträt mit dem Titel "Abstrakter Kopf: Sinnend" (1929/1930: Öl auf Karton). Museumsreife Qualität wurde honoriert, etwa bei den Surrealisten mit 191.300 Euro für Oscar Dominguez aus der sammlung Paul Eluard stammende "La Couturière" (1943, Öl auf Leinwand). Mit 191.300 Euro brachte ein Werk von Rudolf Hausner ebenfalls einen Weltrekordpreis. Die Arbeit trägt den Titel: "Alter Billardspieler - vor ihm sein Vertrauter, persönlicher Gegner - aber hinter ihm - wer ist das?" (1970-74, 1975-76, 1983-84. Tempera, Acryl, Harzölfarbe auf Papier). Ein Spitzenwerk der italienischen Avantgarde wurde zu einem Spitzenpreis versteigert: Enrico Castellanis "Superficie bianca n. 22" erreichte hervorragende 467.300 Euro. Die "weiße Oberfläche", ein Bild wie konkrete Poesie aus Leinwand, Rahmen, Nägeln und weißer Acrylfarbe, entstand Mitte der 60er Jahre. Eine markante Arbeit von Tancredi (Ohne Titel), einem weiteren Vertreter des italienischen Spazialismo, erzielte 202.800 Euro. Das breite internationale Angebot der Dorotheum-Auktion wurde hervorragend angenommen. Agostino Bonalumis plastisches Bildobjekt "Rosso" fand für 145.300 Euro einen neuen Besitzer. Konrad Klapheks "Gesetz des Alltags" wurde um 133.800 Euro ersteigert. Auch die österreichische Kunst wurde von den Bietern gefeiert. Allen voran Hermann Nitsch, dessen frühes rotes Schüttbild von 1963 mit 82.555 Euro die Erwartungen vervielfachte. Einer der Höhepunkte kam aus den Tiffany Studios, New York. Die 202 cm hohe, außergewöhnliche sechsflammige Ständerlampe mit Mohnblumen, die so genannte "Oriental Poppy" ersteigerte ein amerikanischer Bieter für 202.800 Euro. Eine wie moderne Architektur wirkende, seltene Zuckerdosen von Josef Hoffmann erzielte einen Preis von 85.700 Euro.
(KURIER.at/apa) Erstellt am
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