Das Spiel um die Aufmerksamkeit der Superreichen, die in der Herbstsaison der großen
Auktionshäuser wieder für Rekordpreise sorgen sollen, ist eröffnet - und kaum ein Name zieht dabei so gut wie jener von Vincent Van Gogh. Die Bilder des 1890 verstorbenen Eigenbrötlers stehen für Genie, Wahnsinn, Schönheit - und für extreme Seltenheit.
Als Highlight der "Impressionismus und Moderne"-Auktion, die
Sotheby'sam 4. November in
New York abhält, hat das
Auktionshaus nun Van Goghs "Stillleben mnit Gänseblümchen und Mohnblumen" angekündigt. Das Bild, im Todesjahr des Künstlers gemalt, wird auf 30 bis 50 Millionen US-Dollar (ca. 25-40 Millionen Euro) geschätzt. Vor der
Auktion geht es noch auf "Welttournee" und wird in
London und
Hong Kong gezeigt - in
China leben schließlich viele der neuen kaufkräftigen Kunstsammler, die dem Auktionsbusiness zuletzt satte Umsätze bescherten.
Das Bild, das Van Gogh nach seiner Rückkehr aus der Heilanstalt St-Rémy am Anwesen seines Unterstützers Dr. Paul Gachet anfertigte, gehört zu den wenigen Gemälden, die der Maler Zeit seines Lebens verkaufte. Der Sammler Gaston Alexandre Carmentron erwarb das Bild nach der Fertigstellung; 1911 ging es an die Galerie Paul Cassirer, die es an deutsche Sammler weiterverkaufte. Von dort fand es seinen Weg in die USA, wo es 1928 in den Besitz von Anson Conger Goodyear, einem Industriellen und Mitbegründer des Museum of Modern Art in New York. Seine Familie lieh das Bild in der Folge einem Museum, ließ es aber später veräußern.
Van Gogh malte Blumenstillleben durchaus mit Blick auf deren Verkäuflichkeit - zugleich werden die Bilder oft als verschlüsselte Porträts gelesen, die Einblick in den Geisteszustand des Künstlers geben. In der Liste von Van Goghs hochpreisigsten Gemälden rangieren die Bilder nicht an erster Stelle - das teuerste Blumenbild, Irisse, wurde 1987 um 53 Millionen US-Dollar versteigert - damals ein Weltrekord. Es hängt heute im
J. Paul Getty Museum in Los Angeles.
Das bis heute teuerste - und vielleicht rätselhafteste - Gemälde von Van Gogh ist jedoch das "Porträt des Dr.
Gachet", das 1990 mit einem Preis von 82,5 Millionen US-Dollar ebenfalls einen Auktions-Weltrekord aufgestellt hatte. Seitdem hat das Bild mehrmals einen Besitzerwechsel durchgemacht, zwischenzeitlich gehörte es dem - in
Österreich durch die
BAWAG-Causawohlbekannten -
Investmentbanker Wolfgang Flöttl. Sein heutiger Standort ist Gegenstand vieler Spekulationen.
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