Selten gezeigte Neo Rauch-Werke ausgestellt

Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden widmet seine Sommerausstellung dem Werk eines der bedeutendsten Maler der Gegenwart: Neo Rauch.

Neo Rauch gilt als einer der bedeutendsten Maler unserer Zeit. Es steckt eine unbändige Kraft in der Bildwelt des Leipziger Künstlers. Seine Motive wirken wie eine Mischung aus Surrealismus und Realismus, beeinflusst durch Pop-Art und Comics. 

Das Museum Frieder Burda zeigt in einer umfangreichen Ausstellung rund 40 Werke aus den letzten 20 Schaffensjahren von Neo Rauch. Neben neuen Werken werden viele Arbeiten ausgestellt, die bisher selten öffentlich zu sehen waren. Sie spiegeln die Fülle der Immagination und der Themen des Künstlers wider. So wird erstmals eine Skulptur aus Bronze von Neo Rauch gezeigt (siehe Bild). 

Im Bild: Neo Rauch, Nachhut, 2011. Bronze, schwarz patiniert, 193 x 95 x 175 cm, Auflage: 3. Neo Rauch, 1960 in Leipzig geboren, zählt zu den international bedeutendsten Künstlern seiner Generation. Er studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Arno Rink, war dann dort als Assistent und schließlich als Professor tätig. 

Im Bild: Neo Rauch, Unter Feuer, 2010. Öl auf Leinwand, 250 x 300 cm. Der Kunstsammler Frieder Burda über Neo Rauch: "Neo Rauch ist für mich ein sehr wichtiger Künstler, der seinen eigenen Weg beschreitet mit einer unverwechselbaren Malerei. Als ich Rauch mit Blick auf diese Ausstellung in seinem Atelier in Leipzig besuchte, sah ich ein großes Ölgemälde, das kurz vor der Vollendung stand. Der Titel: "Die Ausschüttung". Ich war fasziniert vom Mythos, dem Geheimnisvollen, von den Farben, von der Ausstrahlung dieses Bildes."

Im Bild: Neo Rauch, Ausschüttung, 2009. Öl auf Leinwand, 210 x 300 cm Die Malerei des Neo Rauch steht kunsthistorisch in der Tradition der so genannten Alten Meister. Als moderne Bezugspunkte verweist der Künstler selbst auf Beckmann, Bacon, Beuys, Baselitz und seine Leipziger Lehrer. 

Im Bild: Neo Rauch, Alte Verbindungen, 2008. Öl auf Leinwand, 250 x 300 cm. Die Gemälde von Neo Rauch sind bevölkert von seltsamen Figuren, teils exzentrisch ausstaffiert mit Kostümen und Requisiten. Dabei entstehen großartige, die Sinne berührende Szenarien: die Welt als absurdes Theater, das keine lineare Zeit kennt. Wer länger hinschaut, kommt vielleicht auch einer Erzählung auf die Spur.

Im Bild: Neo Rauch, Die Fuge, 2007. Öl auf Leinwand, 300 x 420 cm. In Neo Rauchs Bildern sind immer auch seine persönlichen Befindlichkeiten wiederzufinden, die er meisterhaft ins Allgemeingültige kehrt. "Das Interview" (siehe Bild) ist auf diese Weise entstanden: Nach den Erfolgen und dem Medienrummel hat der Künstler seine Erfahrungen in dem mächtigen, aufrüttelnden Bild verarbeitet. 

Im Bild: Neo Rauch, Interview, 2006. Öl auf Leinwand, 210 x 300 cm. Seit den frühen 1990er Jahren entwickelt Rauch eine eigene, unverwechselbare Handschrift. Zu dieser Zeit ist die Farbe fast vollständig aus seinen Bildern verbannt, aber die Figürlichkeit bereits da. Nach und nach fließt dann die Farbe ein.

Im Bild: Neo Rauch, Wahl, 1998. Öl auf Leinwand, 300 x 200 cm. In der Ausstellung im Museum Frieder Burda werden Werke gezeigt, die in den Jahren zwischen 1992 und 2011 entstanden sind. 

Im Bild: Neo Rauch, Ausflug, 1998. Öl auf Leinwand, 70 x 100 cm. Der Kunsthistoriker Werner Spies kuratiert die Ausstellung. Spies: "Macht man sich die Mühe, ein wenig in diese Welt einzudringen, entdeckt man hinter der phantastischen Verschlüsselung einiges an Aktualität, nicht nur Vulkanausbrüche, hysterische Koppelung von Ding und Gesellschaft, korrodierende Welt, über die eine schweflige Dämmerung hereinbricht, sondern auch Kinder, die von fanatischen Feiglingen mit einem Sprenggürtel um den Leib auf die Jagd geschickt werden. Es ist großartig, endlich wieder einen Künstler zu haben, der Fragen aufwirft und der schließlich durch seine furiose Malweise überwältigt."

Im Bild: Neo Rauch, Sonntag, 1997. Öl auf Leinwand, 223 x 194 cm. Als sich erste Erfolge einstellten, malte Rauch das Bild "Der Sucher": Im Vordergrund steht hier eine leere Staffelei, von der sich der Maler mit einem Metalldetektor bewaffnet entfernt. In dem Moment schlägt eine Art gelber Meteorit ein. Der Maler im Kraftfeld zwischen Dienst, Arbeit, Stetigkeit und der wohl gehegten Flamme der Inspiration, die Großes schafft. 

Im Bild: Neo Rauch, Sucher, 1997. Öl auf Leinwand, 60 x 45 cm. Neo Rauch über seine Arbeit: "Die Dinge sind ineinander verwoben. Die Bilder wühlen sich in die Träume hinein. Die Träume in die Bilder. Ich muss nur aufpassen, dass ich diesem Aspekt der Traumrekonstruktion nicht zu viel Raum gebe."

Im Bild: Neo Rauch, Das Haus, 1996. Öl auf Leinwand, 196 x 137 cm. NEO RAUCH
28. Mai bis 18. September 

Museum Frieder Burda
Lichtentaler Allee 8b
D-76530 Baden-Baden

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 10-18 Uhr
Montag geschlossen 
(für weitere Informationen siehe Link unten)

Im Bild: Neo Rauch, Saum, 1993. Öl auf Papier, ø 340 cm, 4-teilig.
(KURIER.at) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?